Tamedia baut 79 Stellen ab
Das Verlagshaus Tamedia führt die Zeitung «Der Bund» in enger Kooperation mit dem «Tages-Anzeiger» weiter. Die Verwaltungsräte von Tamedia und der hundertprozentigen Tochtergesellschaft Espace Media haben damit entschieden, weiterhin zwei unabhängige Tageszeitungen in der Stadt Bern herauszugeben.
Dieser Schritt ist allerdings mit einem Stellenabbau von 79 Stellen verbunden. So wird die «Bund»-Redaktion um 19 auf künftig noch 35 Vollzeitstellen massiv verkleinert. Daneben werden in Bern drei weitere Stellen innerhalb von Espace Media gestrichen, zwei davon in der Redaktion der «Berner Zeitung».
Noch grösser fällt der Stellenabbau in Zürich aus. Durch eine engere Zusammenarbeit von «Newsnetz», «News» und «Tages-Anzeiger» werden 57 Stellen gestrichen. Die Redaktionen des Medienverbundes «Tages-Anzeiger» umfassen künftig noch 235 Vollzeitstellen, davon sind 177 Stellen in der Redaktion der Zeitung «Tages-Anzeiger» situiert, die weiterhin über die grösste Regionalzeitungsredaktion der Schweiz verfügt.
Ziel der Zusammenarbeit von «Bund» und «Tages-Anzeiger» ist, der Leserschaft beider Zeitungen einen gemeinsam erarbeiteten Mantel mit Berichterstattung über nationale und internationale Politik, Kultur, Sport und Wirtschaft anzubieten. Neu wird der «Bund» die Verantwortung für die künftig gemeinsame Bundeshausredaktion in Bern übernehmen. Daneben bezieht der «Bund» die überregionalen Inhalte vom «Tages-Anzeiger», während die regionalen Inhalte weiter in Bern erarbeitet werden.
Geplant sind vier neu gestaltete Zeitungsbünde: Während der erste Bund die Inland- und Auslandberichterstattung beinhaltet, geht es im zweiten Bund um Wirtschaftsthemen und den gemeinsam mit dem «Tages-Anzeiger» erstellten Sportteil. Im dritten Bund stehen die Stadt und der Kanton Bern im Mittelpunkt, und als vierter Zeitungsbund erscheinen Kultur, Gesellschaft und Wissen unter dem Titel der bisherigen Wochenendbeilage «Der kleine Bund».
Mittelfristig ausgeglichen
Tamedia erhofft sich durch die Kooperation, dass die Verluste beim «Bund» reduziert und mittelfristig ausgeglichene Ergebnisse erreicht werden können. Zugleich wird angekündigt, dass mittelfristig die Abonnementsgebühr erhöht wird, um die wirtschaftlichen Perspektiven des «Bund» zu verbessern. (ap) (Der Bund)
Erstellt: 15.05.2009, 08:07 Uhr



