Zeitung heute
Kursaal: «Unästhetische» Bier-Zelte
Von Timo Kollbrunner. Aktualisiert am 07.07.2009
Der Biergarten Maximilian auf der Terrasse des Kursaals Bern war beliebt. Seit der Eröffnung im Sommer 2006 genossen es viele Gäste, bei einem Bier in süddeutschem Ambiente die Aussicht auf die Berner Altstadt zu geniessen. Auf dieses Vergnügen müssen die Bernerinnen und Berner dieses Jahr verzichten. Da der Kursaal die nötige Bewilligung für die Zelte des Biergartens nicht erhielt, kann das Restaurant auf der Terrasse nicht mehr betrieben werden. Die Zelte hätten die Besucher vor Regenschauern schützen sollen.
«Die Restaurants, die wir betreiben, müssen sich rechnen», sagte Kursaal-Sprecherin Alexandra Maurer auf Anfrage. Dies wäre aufgrund der relativ wenigen niederschlagslosen Sommertage ohne die Zelte kaum möglich gewesen, denn «dafür ist das Wetter in der Schweiz auch im Sommer zu unsicher». Maurer verweist darauf, dass der Kursaal mit seinen Terrassen der Restaurants Meridiano, Giardino und Yù weiterhin über ein attraktives Freiluft-Angebot verfüge.
Warum stören die Zelte erst jetzt?
Gemäss Maurer hat der Kursaal die Bewilligung für die Zelte nicht erhalten, weil diese nicht ins Stadtbild passen. Doch warum stören die Zelte erst jetzt? Die Antwort ist simpel: Bei der Eröffnung hätten die Kursaal-Verantwortlichen die Zelte als «nicht bewilligungspflichtige Fahrnisbauten» eingestuft und deshalb keine Bewilligung eingeholt, erklärt Maurer. Das Bauinspektorat und der Denkmalpfleger der Stadt Bern seien nun anderer Ansicht: Sie hätten die Zelte als «bewilligungspflichtige, aber aus ästhetischen Gründen nicht bewilligungsfähige Fahrnisbauten» beurteilt.
Den Biergarten Maximilian wird es auch nächstes Jahr nicht wieder geben. Laut Maurer sollte es jedoch nach dem Umbau des Kursaals auf der Terrasse wieder ein gastronomisches Angebot geben. Wie dieses genau aussehen wird, sei noch nicht bekannt. (Der Bund)
Erstellt: 07.07.2009, 09:03 Uhr



