Zeitung heute
Kulturen-Kantine kocht weiter
Von Hanna Jordi. Aktualisiert am 20.08.2009
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Tag der offenen Tür
Samstag, 22. August 2009 , ab 11.00 Uhr. Seftigenstrasse 1, 3007 Bern.
Anfang Jahr war es noch ungewiss, wie lange die Kochtöpfe im ehemaligen Migros-Restaurant am Eigerplatz noch brodeln würden: Aufgrund der Änderungen im Asylgesetz dürfen Asylsuchende mit hängigen Verfahren keine Integrationsangebote mehr besuchen (der «Bund» berichtete) – worauf sich die Belegschaft der Schulküche des Restaurants La Cultina um zwei Drittel reduziert hatte.
Diese Schwierigkeiten scheinen nun überwunden. Im Hinblick auf das zehnjährige Bestehen des Schulungsprojekts spricht Hugo Köppel, Präsident und Gründer des Trägervereins La Cultina, von einem erfolgreichen Jahrzehnt: Zu drei Vierteln finanziert sich der Betrieb über die Erträge der Mittagsmenüs, lediglich die Kosten für die Ausbildung deckt die Integrationsstelle für Flüchtlinge des Kantons, «Integrationbe».
Küchenschule für alle Semester
Dass der laufende Kurs mit zwölf Teilnehmern nun wieder fast ausgelastet ist, liegt vor allem an gewissen Anpassungen im Konzept. Ursprünglich habe sich das Projekt vor allem an junge Menschen gerichtet, die bald nach dem Kurs wieder in ihr Heimatland zurückkehrten, erklärt Köppel. Weil die Zielgruppe der Cultina seit Anfang Jahr schrumpfe, sei das jugendliche Alter der Teilnehmer kein Eintrittskriterium mehr – im gegenwärtigen Kurs, der ein halbes Jahr dauert, ist die älteste Kursteilnehmerin 62 Jahre alt. Ausserdem liege der Fokus inzwischen weniger auf der Rückkehrhilfe als auf der Integration in den Schweizer Arbeitsmarkt. So findet rund ein Drittel der Teilnehmer im Anschluss an den Kurs eine reguläre Anstellung in regionalen Betrieben. «Unser nächstes Ziel ist es, das Berner Oberland als Arbeitsvermittlungszone zu erschliessen – auf dem Platz Bern haben unsere Leute bereits gute Erfahrungen gemacht», sagt Geschäftsleiter Marc Wehrli.
Weltküche à discretion
Seit 1999 hat «La Cultina» mit 30 Kursteilnehmern pro Jahr Mittag für Mittag sechs Menüs angeboten, Nach anfänglichen Berührungsängsten habe sich bald eine treue Stammkundschaft eingestellt, sagt Köppel: Fast 400000 Menüs hat das Team in zehn Jahren zubereitet.
Am Samstag wird das Jubiläum mit einem Fest der offenen Tür begangen – das multikulturelle Büffet gibt es à discretion zu 25 Franken. (Der Bund)
Erstellt: 20.08.2009, 08:26 Uhr


