Kreidebunter Bahnhofplatz
Viele Passanten gerieten ins Staunen, als sie am Samstagabend den Bahnhofplatz überquerten: Um die zweihundert junge Erwachsene bemalten ab 21.30 Uhr den ganzen Platz mit Kreide. Mobilisiert wurde – wie heutzutage schon fast üblich – über die soziale Internet-Plattform Facebook. Rund 1700 Personen konnten so ohne grossen Aufwand angefragt werden, ob sie dem «Kreidemal-Fest» beiwohnen möchten.
«Gegen was demonstriert ihr?», war die wohl häufigste Frage, welche die Passanten an die malende Schar richteten. Die Aktion sei in keiner Art und Weise politisch motiviert, sagte Viola Iselin, eine der Organisatorinnen, gestern auf Anfrage. Kreidemalen kenne jeder aus seiner Kindheit – werde man jedoch älter, gehöre die kreative Beschäftigung auf einmal nicht mehr ins Repertoire möglicher Freizeitbeschäftigungen. «Das ist schade und mit ein Grund, warum wir zum Kampf gegen Langeweile am Boden aufriefen», so Iselin, die selbige Aktion im Februar bereits in Zürich organisiert hatte.
Die Polizei wusste von nichts; eine Patrouille sei aber vorbeigekommen und habe Fotos geschossen, so die Veranstalterinnen. Ein Polizeisprecher konnte gestern keine weiteren Angaben machen – nur so viel: «Ermittlungen sind im Gang.»
Der Baldachin bietet beinahe optimalen Schutz vor der grössten Gefahr für jede Kreidezeichnung: dem Regen. Gleichwohl hat der Wolkenbruch vom Sonntag die bunten Bilder grösstenteils ausgelöscht. (phi)
Der Blog zum Kreidemal-Fest: kreidefest.wordpress.com (Der Bund)
Erstellt: 19.05.2009, 11:41 Uhr



