Zeitung heute
Korrektur vertagt
Von Pascale Hofmeier. Aktualisiert am 18.08.2009
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Vor zwei Jahren wurde die Wabersackerstrasse in Köniz als Tempo-30-Zone neu gestaltet. Doch die erhoffte Koexistenz von Fussgängern, Velo- und Autofahrern funktioniert nicht. Statt dass die Automobilisten für Ausweichmanöver die Mischverkehrsfläche verwenden, weichen sie auf das Trottoir aus – und fahren auch gleich dort weiter. Ebenfalls missachtet wird auf der geraden Strasse das Temporegime. Viele fahren zu schnell durch die 30er-Zone.
Gestern hat das Parlament über einen Kredit von 105000 Franken für ein Korrekturprojekt debattiert – und das Geschäft mit grossem Mehr an den Gemeinderat zurückgewiesen. Dieser muss nun günstige Sofortmassnahmen sowie verschiedene Varianten zur Umgestaltung prüfen. «Wir können Alternativen prüfen lassen», sagte die zuständige Gemeinderätin Katrin Sedlmayr (sp) vor der Abstimmung über den gemeinsamen Rückweisungsantrag aller Parteien. Gleichzeitig warnte sie vor Verzögerungen: Es werde ein halbes Jahr dauern, bis das Geschäft erneut vor das Parlament komme. Und eine externe Prüfung verursache Kosten von mindestens 50000 Franken.
Handeln ja, aber bitte anders
Einig waren sich alle Fraktionen und der Gemeinderat über die unglückliche Planung der Wabersackerstrasse. «Hier soll eine Fehlplanung mit einer Fehlplanung korrigiert werden», sagte Ignaz Caminada (cvp), deswegen sei seine Fraktion skeptisch gegenüber dem Geschäft. Es sei nie klar kommuniziert worden, wie die Strasse befahren werden solle. Nun hätten sich die Autofahrer so arrangiert, dass sie auf die Westseite auswichen. Würden tatsächlich Blenden aufgestellt, um dies zu verhindern, behindere dies die Velofahrer.
Als erste Fraktion stellten die Grünen einen Rückweisungsantrag. Es sei «rausgeschmissenes Geld», den Randstein zu versetzen, sagte Hansueli Pestalozzi. Nach Absicht des Gemeinderates hätten die Randsteine zwischen der Fahrbahn und der bestehenden Mischverkehrsfläche entfernt werden sollen und die Mischverkehrsfläche aufgehoben werden sollen. Auch die FDP/JF-Fraktion war von Anfang an für eine Rückweisung: «Das Geschäft bringt höchstens den Karosseriespenglern etwas. Denn das Nadelöhr bleibt», sagte Hanspeter Kohler (fdp).
Sofortiges Handeln forderte – trotz Antrag zur Rückweisung – die SP: «Die Situation ist zu gefährlich und wir möchten günstige Sofortmassnahmen zum Schutz der Fussgänger», sagte Martin Graber (sp).
Nachkredit zurückgewiesen
Zusammen mit dem Korrekturprojekt wurde auch der Nachkredit zur ursprünglichen Umgestaltung zurückgewiesen. Dieser beträgt 150000 Franken. Die Mehrkosten begründet der Gemeinderat mit der Teuerung seit dem Kostenvoranschlag im Jahr 2003 und mit Auftragserweiterungen. (Der Bund)
Erstellt: 18.08.2009, 08:17 Uhr



