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Keine Gnade für das Glace-Velo

Ein Einmann-Unternehmer wollte Berns Bewohner im Sommer mit Glaces beglücken. Er bekam aber vom Polizeiinspektorat für sein Glace-Velo keine Bewilligung. Zu Recht, sagt die Sicherheitsdirektion.

Weil er keine Glace verkaufen durfte, verteilte Lukas Harder gratis Sirup. (Adrian Moser)

Weil er keine Glace verkaufen durfte, verteilte Lukas Harder gratis Sirup. (Adrian Moser)

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Wer schon im Ausland war, kennt sie: Fliegende beziehungsweise rollende Eisverkäufer, die die kühlenden Kalorienbomben dort verkaufen, wo die Hitze am grössten ist– auf der Strasse. Warum nicht auch in Bern? Das fragte sich Lukas Harder, der seit den Querelen um die alternative Kulturstätte Paradisli im Schönbergpark einen gewissen Promistatus geniesst. Somit war Harder bestens mit der Tatsache vertraut, dass in Bern alles seinen rechten Gang geht. Also gelangte er an die Gewerbepolizei zwecks amtlicher Absegnung seines Gewerbes, das er mit einem dreirädrigen Velo auszuüben gedachte («Bund» vom 21. August). Njet, beschied ihm aber diese Behörde. Sein Velo komme den Fussgängern in die Quere, und die PET-Getränkefläschli, die er auch noch verkaufe, landeten wieder auf der Strasse, wo sie dann Teil des grossen Bern-Litteringproblems wären.

Das wollte Harder nicht auf sich sitzen lassen. Er habe gesehen, so Harder, dass Leute auf Fahrrädern in der Altstadt umhergefahren seien, um Nestlé-Getränke in Flaschen zu verteilen. Da habe auch niemand reklamiert. Weder die Gewerbepolizei noch die Sicherheitsdirektion (SUE), an die er mittels Beschwerde gelangte, wollte sich äussern. Harder kündigte an, er werde Sirup gratis an Leute abgeben, denn das sei ja offenbar nicht verboten. Im Fahrverbot werde er das Rad natürlich schieben, fügte er hinzu.

Die Kraft des Sommers hat sich inzwischen abgeschwächt. Glace ist nicht mehr das Hauptnahrungsmittel. In diese vorherbstliche Zeit platzt die Meldung, dass die Sicherheitsdirektion Harders Beschwerde abgewiesen hat. Auf zehn A4-Seiten legt die SUE dar, wie Harders Velo «zu Ausweichbewegungen von Passanten» führen könnte, «zu Menschenansammlungen, welche zu Störungen des Verkehrsflusses führen können». Auch der Begriff des «gesteigerten Gemeingebrauchs» wird ausführlich definiert. Zudem wird in der Verfügung die Befürchtung formuliert, dass jeder mit einem solchen Ansinnen daherkommen könnte. Und wo käme man da hin? Sarkastisch nimmt Harder zur Kenntnis, dass zwar der Bundesplatz dauernd wegen irgendwelcher Events gesperrt sei, es aber für sein Dreirad keinen Platz gebe. Bitter ist Harders Bilanz, nachdem er den Amtsschimmel zum Wiehern gebracht hat: «Blöd ist in Bern anscheinend, wer sich um eine Bewilligung bemüht.» (Der Bund)

Erstellt: 11.09.2009, 09:28 Uhr

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2 Kommentare

Bernhard Hasler

14.09.2009, 15:19 Uhr
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"Auf zehn A4-Seiten legt die SUE dar, wie Harders Velo «zu Ausweichbewegungen von Passanten» führen könnte, «zu Menschenansammlungen, welche zu Störungen des Verkehrsflusses führen können»" Was ist in einer lebendigen Stadt erwünscht? Reibungsloser Verkehrsfluss oder urbane Menschenansammlungen??? Antworten


René Müller

11.09.2009, 10:32 Uhr
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Es wäre besser wenn Harter Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe bezöge. Dann bleibt die Stadt sauber, und dem Amtsschimmel ist genüge getan. Dass die Stadt Bern Gewerbefeindlich eingestellt ist, ist seit langen bekannt. Alles muss ruhig abgehen. Beruhigt die Stadt wie Burgdorf die Oberstadt. Die ist ruhig, weil alle Geschäfte geschlosssen haben. Ein Gruss von den Einkaufszentern und den Autofahrten. Antworten



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