«Inbegriff von Rock»
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Eine Stunde vor Beginn des Konzertes bietet sich dem Betrachter vor dem Stade de Suisse ein friedliches Bild. Langsam füllt sich der Vorplatz; aus allen Richtungen kommen Menschen, die sich darauf freuen, nach einem heissen Sommertag eine amerikanische Rocklegende live zu erleben.
Männergruppen, Paare, die mit Springsteen ins Alter gekommen sind, Familien mit kleinen Kindern, aber auch viele Jugendliche sitzen im Schatten, essen eine Wurst oder trinken ein Bier. Gelassene Vorfreude, wohin man schaut.
Auch einige Rocker sind auszumachen, in ärmellosen Shirts, die die Sicht freigeben auf vor langer Zeit gestochene Tätowierungen. Aus dem Stadion ertönt hin und wieder ein Gitarrenriff, der Soundcheck hat begonnen. Einige Polizisten stehen herum, eine Gesetzeshüterin lagert auf dem Rücksitz eines Dienstfahrzeugs die Beine hoch. Es gibt nicht viel zu tun.
Ein paar Frauen und Männer tragen T-Shirts von früheren Bruce-Springsteen-Konzerten. Wohl die meisten erleben den Amerikaner heute jedoch zum ersten Mal live. Wie beispielsweise die Schwarzenburger Anja und Matthias Reber.
Matthias Reber hat mit seinen 28 Jahren nach eigener Aussage an die 700 Konzerte gesehen. Springsteen war bisher nicht darunter. Für ihn ist es eine Pflicht, dabei zu sein, wenn ein so grosser Name in Bern auftritt. «Er gehört einfach ins Buch des Rock ’n’ Roll», meint er. Vom heutigen Auftritt erwartet er «eine geballte Ladung Americaine». Er freut sich auf «die Verbindung von Singer/Songwriter und Rock», die seiner Meinung nach die Musik Springsteens ausmacht. Seine Schwester Anja hofft auf «eine gute Stimmung und laute Musik».
Lolotte Froidevaux und Tix Siegfried sind aus der Westschweiz angereist. Auch sie gehen zum ersten Mal an ein Springsteen-Konzert. Siegfried trägt ein Shirt der amerikanischen Formation Mötley Crüe. Er hört in letzter Zeit lieber Hardrock. Das heutige Konzert wollte er sich dennoch nicht entgehen lassen. Bruce Springsteen müsse man sehen, solange es noch möglich sei, meint er, «bevor es ihm so ergeht wie Michael Jackson». Für ihn ist Springsteen «der Inbegriff von Rock».
Seine Freundin Lolotte geht eigentlich an Konzerte, um Spektakel zu sehen. «Von Bruce Springsteen erwarte ich das jedoch nicht», stellt sie klar. Heute freut sie sich darauf, Springsteens «Bewegungen, seine Gesten und seinen Gesichtsausdruck zu analysieren. Mich interessiert, wie er auf der Bühne als Person wirkt.» Nur eines hat die Vorfreude der beiden etwas getrübt: «20 Franken, um das Auto zu parkieren . . . das ist verrückt», ärgert sich Siegfried. (Der Bund)
Erstellt: 01.07.2009, 07:50 Uhr
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