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Im Marzili ein Cüpli trinken?

Von Patricia Götti. Aktualisiert am 04.09.2009 8 Kommentare

In Zürich sind sie gang und gäbe, die Bars und Lounges in den öffentlichen Badeanstalten. Nach Feierabend wird dort am Campari-Glas genippt. Nun soll das auch in Bern möglich werden. Aber es gibt Widerstand.

Motionär Henri-Charles Beuchat trat sommerfrischlerisch angezogen vor den Stadtrat in Bern: luftige Shorts, knallviolettes T-Shirt, die blossen Füsse in Stoffturnschuhen. «Die Bernerinnen und Berner wollen abends ein Bier trinken können in den Freibädern unserer Stadt», sagte der CVP-Stadtrat gestern. Dies zeige der Rückhalt aus der Bevölkerung für seine Idee für Lounges und Bars in den Bädern: Bereits 1000 Freunde habe er dafür auf dem Internet-Netzwerk Facebook gefunden.

Problem Lärm im Marzili

Beuchat verlangt vom Gemeinderat, ein entsprechendes Nutzungskonzept auszuarbeiten. Dieser hält aber nur das Freibad Weyermannshaus für geeignet für eine Bar, wie er in seiner Antwort festhält («Bund» vom 8. August). «Eine Bar ist nicht in jedem Bad sinnvoll», bekräftigte Edith Olibet (sp), Direktorin für Bildung, Soziales und Sport, gestern. Im Marzili etwa würde ein nächtlicher Barbetrieb Anwohner zu stark stören: «Auch die Marzili-Bewohner haben ein Recht auf Nachtruhe.»

Gerade dort will Beuchat jedoch eine Lounge: «Das Marzili ist viel zentraler als das Weyerli», sagte er, zeigte sich aber bereit, den Vorstoss in ein unverbindlicheres Postulat umzuwandeln. Sollte der Gemeinderat im Postulatsbericht den Standort Marzili nicht seriös prüfen, werde er eine Initiative lancieren. «Setzen wir ein Zeichen für Berns Badekult», forderte er.

Weyerli genügt den meisten

Im Rat stellte sich die überwiegende Mehrheit hinter das Postulat, das mit 68 zu 2 Stimmen überwiesen wurde. Die bestehende Infrastruktur in den Bädern besser zu nutzen, sei eine gute Idee, sagte etwa Rithy Chheng für die SP/Juso-Fraktion. Doch stellten sich auch viele Fragen, etwa zur Unfallgefahr oder zum Abfall, Lärm und Verkehr. Den Standort Weyerli fand mit Beuchat nur Claude Grosjean (parteilos) zu wenig zentral. (Der Bund)

Erstellt: 04.09.2009, 08:19 Uhr

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8 Kommentare

Michael Köpfli, Stadtrat glp

04.09.2009, 08:30 Uhr
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Ich teile die Überzeugung von Henri-Charles Beuchat, dass die Mehrheit der Bernerinnen und Berner sich hinter die Idee für Lounges und Bars in den Berner Bädern stellen würde - und zwar zentral im Marzili oder allenfalls im Lorraine-Bad und nicht abgelegen im Weyermannshaus. Wenn Henri-Charles Beuchat tatsächlich eine Volksinitiative lanciert, werde ich sofort dem Initiativkomitee beitreten. Antworten


Peter Kobelt

04.09.2009, 09:46 Uhr
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Gut hat die Stadt Bern keine anderen Probleme! Antworten



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