Leserbriefe: Ärger über unverbesserliche Fans

Zwei Leser äussern sich zum Text «Fussballfans haben leider ein Imageproblem», der am 7. Oktober 2009 im «Bund» erschienen ist.

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Dass Clemens Friedli sich in der Fanszene einen guten Ruf erworben hat, ist angesichts seiner Aussage, wonach Pyros zu legalisieren seien, nachvollziehbar. Wie das kürzliche Spitzenspiel YB - FCZ bewiesen hat, geht es aber auch ohne eine einzige Pyro. Bravo! Was meinen Respekt und meine Bewunderung verdient hat, ist die wunderschöne, von den Fans organisierte und durchgeführte Choreografie. Auch das Aarau-Spiel verlief ohne jegliche Pyros. Im Übrigen sind die Zuschauer Gäste einer Sportstätte und eines Grundeigentümers, der die Spielregeln zu bestimmen hat. Es darf nicht sein, dass einige Dutzend Unverbesserliche nicht nur dem Ruf der übrigen Fans schaden, sondern mit ihren Fackeln auch noch Brandschäden an Stadionsesseln hinterlassen. Solche Leute haben an einem Sportanlass nichts zu suchen! Wenn sie nicht mittels Video-Überwachung zu ermitteln sind, so muss dies durch entsprechende Präsenz an Sicherheitsleuten im Fansektor geschehen. Offenbar funktioniert die Anwesenheit von Stewards in den Fansektoren englischer Stadien seit Jahren bestens. Es ist übrigens eine Zumutung, wenn die Zuschauer in den benachbarten Sektoren durch die beissenden und stinkenden Rauchschwaden belästigt werden, die erst noch höhere Eintrittspreise bezahlt haben.
Claude Mignot, Jegenstorf

Problem Sport – Problem Pyro?
Mitnichten... Bei 25'000 Zuschauern im Stadion sind 20 bis 30 Querschläger anwesend, welche mehr kaputt machen als alle übrigen zu schaffen vermögen. Schade nur, dass die Fanarbeit sich genau mit diesen Individuen befasst. Die 150'000 Franken Bussgelder, welche YB 2008 bezahlt hat, in Projekte investieren wie das von Adi Werren erwähnte U-16 oder in Choreos der Ostkurve, würde wohl mehr Wirkung zeigen als zwei 40-Prozent-Stellen, welche die 20–30 Querschläger schützen und verharmlosen. Solange die Klubs nicht gewillt sind, gegen diese wohlbekannten Störenfriede vorzugehen, solange werden sie uns auf der Nase herumtanzen, und solange kann ich die Klubs auch nicht mehr ernst nehmen.
Pascal Würgler, Münsingen (Der Bund)

Erstellt: 13.10.2009, 10:02 Uhr

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11 KOMMENTARE

urs berger

13.10.2009, 12:58 Uhr

Pyro hat nichts mit Fanarbeit zu tun. Und schon gar nichts in einem Stadion verloren. Als ich den Artikel gelesen habe standen mit die Haare zu berge. Ich habe Lieber englische Verhältnisse, als Schweizer Verhältnisse. Denn es geht auch um die Sicherheit der Kinder und deren Leben. Oder braucht es wieder einmal ein Heyseldrama, damit gewisse Herren aus der Fanszene erwachen?


Michael Weber

07.10.2009, 14:26 Uhr

Merci Herr Müller! Der von mir zitierte Art. 37 ist die entsprechende Strafbestimmung. Ich finde es erstaunlich, wie die Pyro-Diskussion (Fanarbeit inbegriffen) an der gesetzlichen Realität vorbeigeht bzw. die Pyro-Befürworter das Sprengstoffgesetz nicht kennen. Solange dieses Gesetz nicht geändert wird, bleibt das Zünden von Pyros verboten. Und da hilft auch kein Lamentieren weiter.


Jack Müller

07.10.2009, 14:17 Uhr

@Herr Weber wollen Sie Zustände wie in England, wo man während dem Spiel nicht mal mehr stehen darf?! Früher wurden die Pyromannen von den Medien gelobt, heutzutage sind die Pyromannen Hooligans, die schlimmsten Gewaltäter oder sogar Terroristen. Beni Turnherr hatte in den 90er Jahren die FCB Fans für die schöne Pyroshow und Stimmung gelobt. Im Jahre 2001 oder 02 als Basel auswärts auf Gelsenki


Werner Müller

07.10.2009, 13:44 Uhr

Herr Weber hat einfach den falschen Artikel zitiert. Relevant ist Art. 15 V: Es ist verboten, Sprengmittel und pyrotechnische Gegenstände, die für andere Zwecke bestimmt sind, zu Vergnügungszwecken zu verwenden. Die Kantone können die Verwendung von Schiesspulver für die Feier historischer Anlässe oder für ähnliche Bräuche ausnahmsweise erlauben, wenn für die fachgemässe Verwendung Gewähr besteht.


Michael Weber

07.10.2009, 13:04 Uhr

@Müller - ich kann Ihnen ebenfalls nur raten, das Sprengstoffgesetz zu lesen. 1. August Artikel und Signalfackeln (Pyro) werden vom Gesetz nicht gleich behandelt. Lest doch einmal das Gesetz! Solange Ihr's nicht gelesen (und verstanden) habt, könnt ihr doch auch nicht darüber diskutieren, oder?


Chrigu Müller

07.10.2009, 12:39 Uhr

@Herr Weber: ich liebe den 1. August. lasse an diesem Tag sehr viel Feuerwerk los. Kommen wir nun alle am 1. August in den Knast? Ich glaube die Gefahr am 1. August ist viel grösser als die Gefahr in den schweizer Stadien...


Michael Weber

07.10.2009, 12:20 Uhr

@Rubi - wären Sie so freundlich und würden Sie Ihre Behauptung auch begründen? Sie sind also der Meinung, dass das Strafrecht im Stadion nicht angewendet wird, wenn der Eigentümer "oder die Liga" dies so bestimmt? Wo haben Sie diese Bestimmung gefunden? Und was hat die Schifffahrt mit Fussball zu tun? Es ist offensichtlich, dass Sie das Sprengstoffgesetz nicht kennen. Lesen Sie es doch einmal ...


Michael Daphinoff

07.10.2009, 12:08 Uhr

Fanarbeit ist wichtig und richtig. Doch wie glaubwürdig und vertrauenswürdig sind Fanarbeiter, die das Abfackeln von Pyros gutheissen, die Gewaltbereitschaft gewisser „Fans“ verharmlosen, Ausschreitungen schönreden, der Polizei gebetmühlenartig „Unverhältnismässigkeit“ vorwerfen - und im selben Atemzug mehr Geld für ihre eigene Tätigkeit verlangen? Interessenvertreter oder Präventionsarbeiter?


Matthias Rubi

07.10.2009, 10:14 Uhr

Sehr geehrter Herr Weber wenn Sie den Herren Werren und Friedli schon unglaubwürdikeit vorwerfen und mangldes Wissen dann lese Sie den Artikel im Gesetzbuch doch selber nocheinmal. Da es sich bei einen Fusballstadion um Privatbesitz handelt kann der Besitzer resp. die Liga hier eine ausnahme Regelung machen genauso wie diese die Schafffahrt bereit erlasen wurde.


Adrian Vogel

07.10.2009, 09:09 Uhr

Vielen Dank, dass auch den Fans mal eine Plattform geboten wurde um Ihre Sicht darzustellen. @alle Nörgler und Besserwisser welche sich immer melden, wenn Fussballfans in negativer kritik stehen. Dass Angebot für Hr Gilliéron gilt auch für Euch, so könnt Ihr Euch auch mal ein objektives Bild machen.


Michael Weber

07.10.2009, 09:06 Uhr

Herrn Friedli und Werren empfehle ich die Lektüre des Sprengstoffgesetzes (SR 941.41). Das Abfackeln von Pyros in Stadien stellt ein Offizialdelikt dar, welches mit Haft oder Busse bestraft wird (Art. 37). Wollen Friedli und Werren dies ändern, so müssen sie eine Initiative lancieren, um das Abfackeln von Pyros in Stadien zu legalisieren. So lange sie dies nicht tun, sind sie nicht glaubwürdig ..



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