Zeitung heute
Kurze Filme – lange Nächte
Von Christian Brönnimann. Aktualisiert am 30.09.2009
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Was vor sechs Jahren mit einem Filmabend in der Reitschule und einem Budget von 2000 Franken begonnen hat, ist endgültig ausgewachsen. Das Shnit-Kurzfilmfestival hat sich innert kurzer Zeit zu einem der wichtigsten seiner Art in der Schweiz gemausert – mit einem Budget von rund 750000 Franken und einer erwarteten Besucherzahl von 20000. Gestern haben die Shnit-Macher über die diesjährige Ausgabe informiert.
Vom 7. bis 11. Oktober flimmern in Bern über 250 verschiedene Kurzfilme über die Leinwände, 80 davon nehmen am internationalen Wettbewerb teil. Eingereicht wurden knapp 3500 Filme aus sämtlichen Sparten. Die Vielfalt werde grossgeschrieben, sagte Mitorganisatorin Reta Guetg. Besonders häufig seien in diesem Jahr Beiträge zum Thema Gewalt und Jugendgewalt im Speziellen. «Kurzfilme geben immer auch ein aktuelles Bild der Gesellschaft wieder», so Guetg.
Insgesamt steht ein Preisgeld von gut 45000 Franken auf dem Spiel. In der Jury des Hauptwettbewerbs sitzen Rolf Schmid (Präsident Verband Swiss Film Producers), Horst D. Scheel (Caster und Schauspieler) sowie Joris Gratwohl (Schauspieler). Auf nationaler Ebene kämpfen die Filmemacher zum dritten Mal um den Swiss Award. Mit zwei Spezialblöcken erhält auch der Berner Film viel Raum. Weitere Themenblöcke fassen Dokumentar-, Musik-, Animations- oder Experimentalfilme zusammen. Gastland mit zwei eigenen Blöcken ist Schweden.
Pavillon auf dem Waisenhausplatz
Eröffnet wird das Festival am Mittwochabend mit der Slam-Movie-Night, in welcher das Publikum mit Applaus oder Buhen über die gezeigten Filme urteilt. Neben dem Progr, dem Kornhausforum sowie den Kinos Rex und Cinemastar steht neu das Theater National als Veranstaltungsort zur Verfügung. Auf dem Waisenhausplatz steht am Freitag und Samstag erstmals ein Pavillon, in welchem die Diskussionsrunden geplant sind.
Ebenfalls ein Novum ist das Partnerfestival, das gleichzeitig in Köln stattfinden wird. In der Stadt am Rhein schliesst Shnit die Lücke, die das vor drei Jahren eingestellte Kurzfilmfestival Short Cuts Cologne hinterlassen hatte. «Damit ist Shnit zum ersten Mal auch auf geografischer Ebene international», sagte Ko-Organisator Olivier van der Hoeven an der Medienkonferenz. Nicht ausgeschlossen sei, dass in Zukunft auch noch weitere Partnerschaften dazukommen werden.
Guerilla-Marketing
In Bern ist die Festivalleitung heuer von drei auf vier Personen angewachsen. Das Organisationskomitee umfasst 30 Leute. Dazu kommen rund 120 freiwillige Helfer. Allzu stark wachsen könne das Festival in Bern nicht mehr, sagte Mitorganisator Mike Bucher. Was aber noch erhöht werden solle, sei die Bekanntheit in der Bevölkerung. «Wir wollen mehr Präsenz markieren», so Bucher. Die Shnit-Macher zeichnen sich dabei durch einen beachtlichen Einfallsreichtum aus. So wurden beispielsweise 30 pinkfarbene Shnit-Velos im öffentlichen Raum abgestellt – «alle korrekt mit einer Vignette bestückt», wie Bucher betonte. 500 weitere Fahrräder wurden mit kleinen Fähnchen ausgestattet. Wer bis zum Festivalbeginn mit dem Fähnchen herumkurvt, erhält eine Eintrittsermässigung. Ganz im Sinne des Guerilla-Marketings wurden zudem in Aktionen auffällige Würfel in Pink auf öffentlichen Plätzen positioniert. Das deklarierte Ziel: «Ganz Bern mit dem Shnit-Virus anstecken!»
Shnit-Kurzfilmfestival 7.–11. Oktober in verschiedenen Berner Sälen. (Der Bund)
Erstellt: 30.09.2009, 10:08 Uhr




