Ungehorsame Studis stören

Mit einer provokativen Aktion störten 30 Studierende eine Fakultätssitzung. Sie verhinderten die definitive Verabschiedung des Bachelorstudiengangs Sozialwissenschaften.

30 Studierende haben am Donnerstag die Sitzung der Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät gestört. «Die Aktion hatte zum Ziel, die definitive Absegnung des geplanten Bachelorstudiengangs Sozialwissenschaften zu verhindern», teilen die Mitglieder der Aktion Ungehorsamer Studierender (AUS) mit. Am Mittwoch gingen wegen des geplanten Bachelorstudiengangs 300 Studierende auf die Strasse («Bund» vom Donnerstag). Sie protestierten gegen die Pläne der Universität Bern, die Fächer Soziologie, Politik- und Medienwissenschaften in einem gemeinsamen Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften zusammenzuführen.

Das Generalsekretariat der Uni Bern bestätigte auf Anfrage die Störaktion an der Fakultätssitzung. Die Studierenden liessen sich laut eigenen Angaben nicht abschütteln, bis ihnen versichert wurde, die definitive Verabschiedung des Studienplans nicht zu traktandieren. Die Behauptung der AUS, die alten Soziologie- und Politologiestudiengänge würden nicht aus dem Studienreglement gestrichen, stimme zudem überhaupt nicht, sagt Rektor Urs Würgler. Mithilfe des Reglements werde nichts entschieden, nicht alle Studiengänge, die dort aufgelistet seien, müssten auch angeboten werden, erklärt der Rektor.

«Primitive Störaktion»

Zuerst habe die Sitzungsleitung die Securitas holen wollen, um die Störenfriede loszuwerden, die angeblich den Sitzungsteilnehmern folgten, als diese ein anderes Zimmer aufsuchten. Weil die Unileitung den Konflikt nicht habe eskalieren lassen wollen, sei auf repressive Massnahmen jedoch verzichtet worden, schreibt die AUS. «Sie wollten nur provozieren, ich finde die Störaktion primitiv», sagt Würgler. Unklar sei hingegen, wer die Studierenden eigentlich seien, sie gehörten weder den Fachschaften noch der Studentinnenschaft der Uni Bern (SUB) an. «Die AUS wird keine institutionellen Wege beschreiten, diese überlassen wir den Fachschaften», schreibt die AUS. Sie kündete weitere Aktionen an. Derweil sollen die Gespräche mit den Fachschaften und den betroffenen Studierenden weitergeführt werden, sagt Rektor Würgler.>

Erstellt: 16.05.2009, 01:16 Uhr

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