Zeitung heute
Hasliberg trennt sich von Freestylern
Von Anita Bachmann. Aktualisiert am 09.01.2009
Snowboarder-Grössen wie Olympiasieger Gian Simmen übten die kühnsten Tricks in den Kickern (Schanzen) am Hasliberg. Viele von den waghalsigen Kunststücken landeten als Fotos auf den Covers der Szenemagazine «Pleasure», «Snowboarder» oder «Onboard». Mit dem Freestyle-Park machten die jungen Sportler in der ganzen Welt Werbung für das Skigebiet Meiringen-Hasliberg . «Der Park hat in den vergangenen Jahren zweifellos zur internationalen Bekanntheit des Wintersportgebiets beigetragen», heisst es in einer aktuellen Medienmitteilung der Bergbahnen Meiringen-Hasliberg AG. Trotzdem ist die siebenjährige Zusammenarbeit der Bergbahnen und dem Team des Dedicated Project wohl definitiv zu Ende. Letztere betrieben zusammen mit dem Bergbahnunternehmen den Freestyle-Park und waren vor den Kopf gestossen, als im Herbst bekannt wurde, dass es den Park nicht mehr geben soll. In einem Communiqué sprachen sie damals von einem «unüberlegten und falschen Entscheid», der zur Unzeit gefällt worden sei. Kurz vor Beginn der Wintersaison standen die Freestyler ohne Park da. Die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg wollen sich generell auf das Zielpublikum Familie ausrichten: «Die Cracks, die im Park fahren, kommen nicht mit der Familie», sagt Bergbahndirektor Hans Beeri.
Kein Vertrauen mehr
Obwohl die Bergbahnen den Werbeeffekt, um den sie sehr froh gewesen seien, nicht hätten aufs Spiel setzen wollen, gebe es eben auf der Ausgabenseite nur noch wenig Spielraum und andere nötige Investitionen. «Der Freestyle-Park kostete pro Jahr 150000 Franken», sagt Beeri. Dedicated Project, die kürzlich den Snowboard-Film Gather & Ride ins Kino brachten, pochten angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit auf eine Zwischenlösung für diesen Winter und versuchten via Facebook und persönlichen Kontakten Sponsoren zu finden, um den Park zu retten. Die Bergbahnen entschieden aber, auch auf eine Zwischenlösung zu verzichten, die laut Beeri 100000 Franken gekostet hätte. Dedicated Project zog sich daraufhin ganz zurück, weil das Team das Vertrauen in die Bergbahnen verloren habe. Die Freestyle-Familie wird nun wohl in andere Skigebiete abwandern. Verkracht habe man sich nicht, sagt Beeri. Einig waren sich Dedicated Project und die Bergbahnen aber wohl nur in dem Punkt, dass die Anlage ausgedient habe und dass sie grösser und für ein breiteres Publikum hätte gebaut werden müssen. Die Platzverhältnisse auf der Mägisalp am Hasliberg wären aber für einen Ausbau zu eng gewesen, und es hätte ein anderer Standort gefunden werden müssen.
Schanzen wurden am Hasliberg aber trotzdem aufgebaut: Am 10. und 11. Januar finden die Schweizer Meisterschaften und der Europacup der Freestyle-Skifahrer statt. (Der Bund)
Erstellt: 09.01.2009, 09:17 Uhr


