Zeitung heute
Das Mystery-Park-Revival
Interlaken locken.
In den Rabatten wächst Unkraut, und die Pavillons haben sich von Wind und Wetter schwärzlich verfärbt – der seit 2006 geschlossene Mystery-Park ist schnell gealtert. Drinnen ist es leer und kalt, die paar arbeitenden Handwerker täuschen kaum über das Gefühl weg, dass man sich hier an einem verlassenen Ort aufhält. Bereits Mitte Mai soll sich das wieder ändern: «Wunder geschehen immer wieder», verkündete Marcel Meier, Geschäftsführer der New Inspiration AG, gestern vor den Medien. Das letzte Wunder, das Projekt Two Lake City, war nur von kurzer Dauer. Auch die Swiss-Economic-Forum-Macher Peter Stähli und Stefan Linder vermochten keinen Investor aufzutreiben. Das einzige, was von diesem Rettungsversuch übrig blieb, ist offensichtlich der Wiedereröffnungstermin. «Es war immer geplant, 2009 den Betrieb wieder aufzunehmen», sagte Meier. Unter dem Motto «Einen Sommer noch» öffnet der Park Mitte Mai nochmals seine Tore – als Mystery-Park.
Eine schwarze Null
Workshops der Tourismusfachschule Luzern hätten ergeben, dass man es nicht wieder mit dem gleichen Konzept versuchen sollte, sagte Meier. Die New Inspiration AG, welche die Nachlassmasse des bankrotten Parks für 14 Millionen Franken gekauft hatte, macht es trotzdem. Gezögert hätten sie wegen der Marke, sagte Meier, weil sie befürchteten, Gläubiger würden Geld verlangen.
Geld wird aber auch nach diesem Sommer nicht vorhanden sein, 60000 bis 90000 Besucher sollen für eine schwarze Null sorgen. Budgetzahlen wurden aber nicht genannt. Für die Dauer von Mitte Mai bis Anfang November sollen 40 Arbeitsstellen entstehen. Auf eigenes Risiko werde die Casino Kursaal AG die Gastronomie betreiben.
Vorträge über Maya-Kalender
Besucher anlocken soll unter anderem Erich von Däniken höchst persönlich; der Mystery-Park basiert auf dem Gedankengut des Schriftstellers. «Ich werde nach Lesungen immer wieder gefragt, wann der Mystery-Park endlich wieder öffnet», sagte von Däniken. In diesem Sommer will er in Interlaken Vorträge über den Maya-Kalender und das mysteriöse Datum 23. Dezember 2012 halten. An diesem Tag endet die Zeitrechnung der Maya, und dann sollen die Götter wieder zurückkehren.
Ausgerechnet Kinder, die von Dänikens Theorien noch nicht verstünden, wie Meier sagte, sollen in den Mystery-Park gelockt werden. Ein Riesen-Sandkasten, ein Mini-Zoo und Spielplätze sollen den Park für Kinder attraktiv machen. Auch mit den Preisen wollen die Betreiber familienfreundlich sein, und mit Punktekarten könnten auch nur einzelne Bereiche des Parks günstig besucht werden.
Wie die Zukunft nach 2009 aussehen soll, blieb gestern offen. «Es gibt Projekte für den ganzen Park, aber auch Teilprojekte, die wir weiterverfolgen», sagte Betriebsleiter Bernhard Zysset. Ein Gesamtprojekt könnte Toys World sein, Teilprojekte seien etwa Jungfrau Miniature, House of Brands oder Swisspower. Weiter fortgeschritten sind Pläne für einen Hotelbau. Die Realisierung sei aber nur in einem Gesamtkonzept sinnvoll, sagte Zysset.>
Erstellt: 17.04.2009, 01:15 Uhr



