Fernab der Routine
Ana Paula Lopes. (zvg)
Links
Konzert
Musigbistrot. Freitag, 28. August, 21 Uhr.
Die Karriere von Ana Paula Lopes hat begonnen wie die so vieler anderer Sängerinnen in Brasilien: Sie hat gesungen, was die Leute hören wollten. Doch irgendwann hat es ihr nicht mehr genügt, das Liedgut alter Helden wie Tom Jobim, Djavan oder Chico Buarque wiederzukäuen, obwohl sie dies durchaus mit Stil und Anstand zu tun pflegte.
Auf einmal schlichen sich Lieder von zeitgenössischen Musikern in ihre Sets, etwa der kleine Brasilectro-Geniestreich «Sereia amor d’gua» des späteren Bebel-Gilberto-Produzenten Suba, aus welchem Ana Paula Lopes eine leicht und locker groovende Akustik-Hymne destillierte.
Und die junge Frau aus São Paulo begann sich auf der Suche nach neuen Songs in ihrer hochmusikalischen Nachbarschaft herumzuhören. So finden sich im Repertoire ihrer aktuellen Einspielung «Mil Rosas» Lieder von bei uns noch weitgehend unentdeckten Künstlern, wie etwa der singenden brasilianischen Nachwuchs-Göttin Juliana Kehl oder des schwerblütigen Fado-Komponisten Rodrigo Leão.
Doch die Qualitäten der Ana Paula Lopes liegen selbstredend nicht bloss im Aufspüren rarer Song-Perlen, sie pflegt diese Trouvaillen in leicht angejazzter Form zu interpretieren, ein musikalisches Milieu, in dem sich diese hörbar wohl fühlen. Denn neben der Musik aus ihrer Heimat waren es die grossen amerikanischen Jazz-Diven, die der jungen Frau den Kopf verdreht haben.
Zu erwarten ist ein Abend fernab der üblichen brasil-jazzigen Musikroutine. (ane) (Der Bund)
Erstellt: 27.08.2009, 09:01 Uhr




