Fairness mit Händen und Füssen getreten
Von Stephan Roth. Aktualisiert am 21.06.2010 77 Kommentare
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Kurz nach der Pause sorgte Brasiliens Goalgetter Luis Fabiano mit seinem zweiten Treffer für das 2:0 und damit für die Entscheidung. Es war eine wunderbare Einzelaktion des Stürmers des FC Sevilla, die er mit einem wuchtigen Schuss abschloss. Nur hatte die Szene nicht unerhebliche Makel. Gleich zweimal kontrollierte «O Fabuloso» (der Fabelhafte) den Ball mit Hilfe des Armes - erst mit dem linken, dann mit dem rechten.
Zu seinen Handspielen beim zweiten Treffer befragt, sagte der 29-jährige Doppeltorschütze: «Es war keine Absicht. Ich erwischte den Ball mit dem Arm. Was soll ich machen?» Es sei wohl die «heilige Hand Gottes gewesen». Diego Armando Maradonas Erklärung von 1986 hat offenbar auch in Brasilien Schule gemacht.
Schiedsrichter bekam keine ehrliche Antwort
Nach dem Tor befragte Schiedsrichter Stéphane Lannoy den Stürmer offensichtlich, ob er den Ball mit der Hand gespielt habe. Luis Fabiano setzte seine Unschuldsmiene und winkte mit beiden Händen ab. Der französische Unparteiische klopfte sich darauf lachend mit der Hand auf seine Brust. Darüber ob man von einem Fussball-Profi in so einem Gespräch mit dem Schiedsrichter wirklich Fairness und ein Geständnis, das zu einer Annullierung des Tors geführt hätte, verlangen darf, wurde schon oft diskutiert.
Nach Elanos 3:0 wurde das Spiel von Seiten der Mannschaft aus der Elfenbeinküste immer gehässiger geführt. Mehrfach stiegen die Ivorer ohne Rücksicht auf die Gesundheit ihrer Gegenspieler ein. So trat Sheik Tioté mit gestreckter Sohle Elano aufs Schienbein. Der Spielmacher von Galatasaray musste darauf verletzt vom Platz getragen und ausgewechselt werden. Lannoy hatte das Foul nicht gesehen und entschied auf Schiedsrichterball.
Kaká verlor gleich zweimal die Nerven
Danach wurde die Atmosphäre auf dem Feld immer aggressiver. Und Trainer Carlos Dunga und sein Staff sprangen immer wieder von der Bank auf. Kader Keita hatte Glück, dass er für sein Foul mit gestrecktem Bein an Michel Bastos nur Gelb bekam.
In der 85. Minute schubste Kaká seinen Gegenspieler und wurde richtigerweise verwarnt. Dabei entstand sofort eine Spieler-Traube. Drei Minuten später stand der Real-Star wieder im Mittelpunkt, als er seinen Ellbogen gegen Keita ausfuhr. Lannoy blieb darauf nichts anderes übrig, als Kaká vom Platz zu stellen. Er tat dies allerdings nur mit Gelb-rot statt mit Rot, weshalb Kaká nur im für Brasilien bedeutungslosen Spiel gegen Portugal gesperrt ist, wenn die Fifa nicht noch ein Disziplinarverfahren einleitet. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.06.2010, 23:58 Uhr
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77 Kommentare
Ich weiss nicht ob ich einer der wenigen bin, aber für mich sah das eher danach aus, als wollte Kaka den auf ihn zurennenden Spieler mit der Hand abblocken, da dieser sonst hart mit Kaka kollidiert wäre. Jeder Mensch nimmt da die Hand zum Schutz hoch. Ist der Spieler dann mal angekommen, stubst man ihn auch weg, natürlich, er ist ja in Kaka reingerannt.Ich hätte Rot für die schausp. Einlage gegebe Antworten
Die zweite Gelbe Karte gegen Kaka war wohl ein Witz sondergleichen und hat nichts mit einer Tätlichkeit zu tun. Es ist doch nichts als normal, dass wenn jemand wie eine Furie auf einen zurennt, man im letzten Moment versucht den Aufprall ein wenig zu dämpfen, indem man mit dem Arm die Wucht des Aufpralls abfedert. Oder lassen sich alle über den Haufen rennen? Antworten






