WM 2010

Das Klagen von Derdiyok und das Lob von Inler

Von Sascha Rhyner, Bloemfontein. Aktualisiert am 26.06.2010

Enttäuscht und gleichwohl auch mit einer gewissen Gelassenheit reagierten die Schweizer Spieler auf das Ausscheiden an der WM nach der Gruppenphase und dem 0:0 gegen Honduras.

1/14 Honduras David Suazo verpasst eine Chance vor Diego Benaglio.
Bild: Reuters

   

Eren Derdiyok hätte es auf dem Kopf gehabt, das Spiel schon früh in andere Bahnen zu lenken. Doch sein Kopfball in der 17. Minute nach einer guten Flanke von Tranquillo Barnetta flog knapp am Pfosten vorbei. «Wir haben es nicht geschafft, ein Tor zu erzielen. Es fehlte uns vorne das entscheidende Durchsetzungsvermögen», erklärte der Stürmer von Bayern Leverkusen, der in seiner ersten Bundesliga-Saison zwölf Treffer erzielte.

Manchmal würden einem die Bälle irgendwie vor den Fuss fallen. «Jetzt prallten sie am Oberschenkel ab oder so», haderte Derdiyok etwas. Doch er hielt auch fest, dass sich die Schweizer das Glück auch nicht erarbeitet hätte. «Für mich war es sehr schwierig als hängende Spitze. Gegen Spanien hat alles gepasst, der Ball ist genau richtig gekommen. Jetzt war es wirklich sehr schwierig, auch nachdem ich das letzte Spiel zuerst draussen sass», lässt er leise Kritik zwischen den Zeilen durchscheinen.

Der Stolz von Gökhan Inler

Ähnlich ist das Fazit von Gökhan Inler, der vor allem in der zweiten Halbzeit versuchte, das Spiel nach vorne anzukurbeln. «Wir wussten in der Pause, dass Spanien 2:0 führt und dass wir unbedingt ein Tor schiessen mussten», berichtet er. Er habe zehn Minuten vor Schluss gefragt, ob es in der anderen Partie noch immer 2:1 stehe. «Aber ich habe auch dann immer daran geglaubt, dass wir in diesen zehn Minuten zwei Tore schiessen können», sagte der Udinese-Profi.

Trotz der Enttäuschung versuchte Inler ein positives Fazit zu ziehen. «Wir können stolz sein, was wir erreicht haben: Dass wir uns für die WM qualifizierten und dass wir Spanien geschlagen haben», so der Captain-Ersatz für Alex Frei, der erst nach knapp 70 Minuten eingewechselt worden war. Am Ende habe man etwas mehr öffnen und dem Gegner Konterchancen einräumen müssen. Letztlich fehlten der Schweiz zwei Tore in dieser Nullnummer gegen Honduras. «Wäre es nur ein Tore gewesen, das uns gefehlt hätte, wäre der Frust sicher noch grösser gewesen», meinte Derdiyok. Und verschwand in den Bus. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.06.2010, 00:21 Uhr