Supercomputer von ETH und IBM wird mit heissem Wasser gekühlt

Die ETH Zürich und IBM entwickeln einen Computer namens Aquasar, mit dem der Energieverbrauch erheblich gesenkt werden kann.

So funktioniert der Supercomputer: Grafik der IBM.

Originelle Funktionsweise: Beim Supercomputer führt Wasser die Wärme von Leiterplatten ab.

Originelle Funktionsweise: Beim Supercomputer führt Wasser die Wärme von Leiterplatten ab.

Die ETH Zürich und die Computerfirma IBM bauen einen neuartigen Supercomputer, der mit heissem Wasser gekühlt wird. Die abgeführte Wärme wird direkt für die Beheizung der ETH-Gebäude genutzt, wie die ETH am Dienstag bekannt gab. Bis zu 50 Prozent der Energie werden nicht für die Rechenleistung selbst, sondern für die Kühlung verbraucht. Ein Computerchip entwickelt auf der gleichen Fläche etwa zehn Mal mehr Wärme als eine Kochplatte. Ungekühlt überhitzt er innert Sekunden und geht kaputt. Für einen sicheren Betrieb muss der Chip daher stetig unter 85 Grad gekühlt werden. Meistens geschieht dies mit Luft, obwohl Luft eigentlich ein schlechter Wärmelieferer ist. Besser eignet sich Wasser, da es Wärme 4000 Mal effizienter als Luft speichert.

Die Forscher setzen für die Wasserkühlung leistungsfähige Mikrokanalkühler ein, die auf der Rückseite des Chips angebracht werden. Dank der Kühler könnten die Chips selbst mit bis zu 60 Grad heissem Wasser noch auf Betriebstemperatur gekühlt und wertvolle Abwärme gewonnen werden. Das innovative System mit dem Namen Aquasar soll den Energieverbrauch um 40 Prozent senken und die CO2-Bilanz im Vergleich zu ähnlichen Systemen um bis zu 85 Prozent reduzieren, was mit durchschnittlichem Betrieb etwa 50 Tonnen CO2 pro Jahr entspricht. (vin/ap/)

Erstellt: 23.06.2009, 14:39 Uhr

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