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Rechtsprofessor: Klage gegen Cern hätte gute Chancen

Gefahr durch Schwarze Löcher: Bei den Resultaten von Sicherheitsstudien über den Teilchenbeschleuniger am Cern soll geschummelt worden sein. Dies schreibt die «Wochenzeitung» (WOZ).

Kontrolle: Ein Cern-Wissenschaftler überwacht das Teilchenkollissionen-Experiment am Computer.

Kontrolle: Ein Cern-Wissenschaftler überwacht das Teilchenkollissionen-Experiment am Computer.
Bild: Keystone

Die Gewissheit, dass der neue Teilchenbeschleuniger (LHC) des Cern sicher sei, beruht auf dem Bericht einer Cern-internen Arbeitsgruppe namens LSAG. Nun sagt ein Mitglied, das Resultat der Sicherheitsstudie habe «im Voraus festgestanden». Dies berichtet die «Wochenzeitung» (WOZ) in ihrer aktuellen Ausgabe. Die WOZ wiederum beruft sich auf die Zeitschrift «PhysicsWorld», in welcher der betreffende Mann zitiert wird.

Hat Rössler doch recht?

Anlass für den «PhysicsWorld»-Artikel war ein juristischer Aufsatz von Eric E. Johnson. Darin kommt der Rechtsprofessor zu folgendem Schluss: Eine Klage, die auf eine provisorische Verfügung gegen den Betrieb des LHC abzielte, hätte vor einem US-Gericht gute Chancen. Der Hintergrund eines allfälligen Gerichtsfalls ist die These des deutschen Physikers Otto Rössler, wonach die LHC-Experimente kleine Schwarze Löcher erzeugen und somit den Untergang der Welt einleiten könnten.

Johnson vertritt die Ansicht, dass unbedingt Gerichte über die Arbeit des Cern entscheiden sollten. Dies, so Cern-Physiker Michelangelo Mangano, sei indes überflüssig. «Wir erwarten, dass solche Schwarzen Minilöcher geladen wären. Geladene Teilchen würden beim Durchschlagen der Erde so stark abgebremst, dass sie sich wie stationäre Teilchen verhalten.»

LSAG nicht unabhängig

Laut einer Untersuchung von Mangano und seinem Kollegen Steve Giddings gäbe es «kein Risiko von irgendwelcher Bedeutung». Genau solche Aussagen sind es allerdings, die Johnson hellhörig machen: «Allgemeine Akzeptanz durch die Fachgemeinde (...) bedeutet nahezu nichts, wenn die Fachgemeinde selbst befangen ist», so der Jurist. Weil die LSAG nicht unabhängig sei, müssten sich Gerichte mit dem Cern befassen.

Im Artikel kommen auch andere Cern-Verantwortliche zu Wort. Laut LSAG-Mitglied John Ellis sei der Sicherheitsbericht der Wissenschaftswelt zur Begutachtung präsentiert worden. Und Cern-Sprecher James Gillies kritisiert, Johnson habe «die andere Seite der Medaille» nicht betrachtet. (rek)

Erstellt: 17.02.2010, 20:16 Uhr

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