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Fliegen ist so sicher wie noch nie

Aktualisiert am 05.01.2012 4 Kommentare

2011 geht als das sicherste Jahr in die Geschichte der zivilen Luftfahrt ein. Noch nie gab es so wenig Unfalltote. Allerdings ist eine neue Risikoregion auszumachen.

2011 ist das «beste Jahr für die Flugsicherheit»: Ein Flugzeug landet auf dem Flughafen Kloten.

2011 ist das «beste Jahr für die Flugsicherheit»: Ein Flugzeug landet auf dem Flughafen Kloten.
Bild: Keystone

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In der zivilen Luftfahrt starben letztes Jahr 498 Menschen, wie die Sicherheitsbilanz 2011 des deutschen Unfalluntersuchungsbüros JACDEC ergab. Dies berichtete das Luftfahrtmagazin «Aero International» in seiner jüngsten Ausgabe. Im Jahr zuvor waren 829 Flugzeuginsassen ums Leben gekommen. «Nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs starben weniger Menschen bei Flugunfällen», betonte das Magazin und sprach vom bisher «besten Jahr für die Flugsicherheit».

Erstmals seit 1964 habe es in der kommerziellen Luftfahrt zudem keinen «Grossunfall» mit mehr als 100 Toten gegeben, betonten die Experten. Die grosse Mehrheit der Unfälle ereignete sich mit Flugzeugtypen, die seit Jahren nicht mehr gebaut werden. Die meisten Unglücke mit tödlichem Ausgang ereigneten sich den Zahlen zufolge auf Regionalstrecken von unter 500 Kilometern. «Anders ausgedrückt kamen Passagiere, die 2011 einen Langstreckenflug gebucht hatten, zu 100 Prozent lebend an ihrem Ziel an», analysierte das Magazin.

Als Ursache sehen die Autoren neben immer ausgefeilterer Technik vor allem «bessere Flugüberwachungssysteme an Bord der Flugzeuge sowie die Etablierung einer effektiveren Sicherheitskultur in mehr und mehr Ländern dieser Welt».

«Kopfschmerz-Region» Russland

Als weitere Besonderheit des Vorjahres gilt die gleichmässige regionale Verteilung der Unfallopfer innerhalb der Luftfahrtregionen. Die Experten bescheinigten der früheren Problemregion Afrika Fortschritte in Sachen Flugsicherheit.

Russland dagegen machten sie als neue «Kopfschmerz-Region» aus. Dort starben im vergangenen Jahr bei sechs Abstürzen 112 Menschen: «Eine besorgniserregende Bilanz.» Bei Unfallanalysen in Russland falle immer wieder auf: «Es mangelt nicht an effektiven Sicherheitsvorschriften, es ist deren mangelnde Einhaltung.»

Vor allem nicht eingehaltene Wartungsintervalle bei den mitunter sehr betagten Flugzeugen kleinerer Fracht- und Regional-Airlines gehörten dazu. Unklar bleibe, ob die von der Regierung in Moskau eingeleiteten Massnahmen zur Verbesserung der Standards im nationalen Luftverkehr zu mehr Sicherheit führen werden.

Tickende Zeitbombe

Während China und Indien 2011 mit Skandalen um gefälschte Pilotenlizenzen oder manipulierte Prüfungen für Aufsehen sorgten, erwies sich Europa nach JACDEC-Auswertung trotz mehrerer Zwischenfälle am Boden erneut als sicherste Luftfahrtregion.

Allerdings mahnen die Autoren vor einer «seit Jahrzehnten tickenden Zeitbombe»: Beinahe-Kollisionen von Flugzeugen am Boden und in der Luft. Besonders an Flughäfen mit hohem Verkehrsaufkommen und gekreuzten Start- und Landebahnen lauere Gefahr. Die Zahl der Beinahe-Unfälle sei kaum spürbar gesunken. (mpl/sda)

Erstellt: 05.01.2012, 13:56 Uhr

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4 Kommentare

Robi Gasser

05.01.2012, 15:25 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Möchte nur darauf hinweisen, dass man nicht die geflogenen Kilometer heranziehen darf für die Unfallrate, sondern die Zeit, die Passagiere in Flugzeugen verbringen, da sie viel schneller sind, als zB. Autos! Die Zeit, die in Autos weltweit täglich verbracht werden, ist natürlich ungleich höher, als in Flugis, die gefahrenen Kilometer aber weniger unterschiedlich. Die Zeit muss das Mass sein. Antworten


Urs Brunner

05.01.2012, 15:18 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Fliegen in Russland ist gefährlich - was ist daran neu? Das ist doch schon seit mindestens 40 Jahren so... Antworten



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