Wissen

Ein Fluchtweg aus dem schwarzen Loch

Von Martin Läubli. Aktualisiert am 31.03.2011 4 Kommentare

Magnetfelder machen es möglich, dass Teilchen dem Sog eines schwarzen Lochs entfliehen können.

Schwarzes Loch: So sieht ein Künstler das System von Cygnus X-1.

Schwarzes Loch: So sieht ein Künstler das System von Cygnus X-1.
Bild: PD

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Was in ein schwarzes Loch gerät, so dachten die Astronomen bisher, ist hoffnungslos verloren: kosmischer Staub und Gase von benachbarten Sternen, sogar grössere Himmelskörper. Alles saugt der Sternenrest auf, der nach der Explosion massenreicher Sterne im Universum übrig bleibt. Seine Dichte und die entsprechende Anziehungskraft sind derart gross, dass dem schwarzen Loch nichts entrinnt, nicht einmal Licht. Für die Astronomen ist es deshalb beim Blick ins Weltall zumindest in diesem Strahlungsspektrum unsichtbar.

Ungewöhnliche Entdeckung

Doch nun scheint der Untergang doch nicht für jegliche Materie in der Nähe eines schwarzen Loches vorgezeichnet zu sein. Der französische Forscher Philippe Laurent und Kollegen machten beim Studium des schwarzen Lochs Cygnus X-1 eine ungewöhnliche Entdeckung. Sie identifizierten anhand von Daten des Satelliten Integral der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ein Magnetfeld, das sich überraschend nahe am schwarzen Loch befindet. Das Besondere daran: Zur Struktur des Magnetfelds gehört ein «Fluchttunnel», der so viel Energie generiert, dass vermeintlich verlorene Teilchen der Schwerkraft des schwarzen Lochs entfliehen können und ins Weltall hinausgeschleudert werden. Dieser Teilchenstrahl verlässt das Magnetfeld spiralförmig und emittiert dabei Gamma-Strahlen mit einem charakteristischen Muster. Die Wissenschaftler untersuchten alle Beobachtungen, die das Spektrometer des Satelliten von Cygnus X-1 im Verlaufe der letzten sieben Jahre aufnahm. Die gesamte Messdauer der einzelnen Gammablitze betrug über fünf Millionen Sekunden. Das entspreche, so die ESA, einer Belichtungszeit von mehr als zwei Monaten.

Schwierige Forschung

Noch wissen die Forscher nicht genau, wie diese Auswürfe aus dem Schlund des schwarzen Lochs entstehen. Radioteleskope haben bereits früher solche Phänomene aufgezeichnet, aber nie derart detailliert. Kein künstlicher Himmelskörper konnte bisher Daten über die chaotischen Zustände nur wenige Hundert Kilometer von einem schwarzen Loch entfernt sammeln. Der Satellit Integral wurde 2002 ins Weltall geschossen. Er hat die Aufgabe, Gammablitze zu orten, und hat zudem ein Instrument an Bord, das die Strahlungsenergie genau erfassen kann.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.03.2011, 21:17 Uhr

4

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

4 Kommentare

reto baumann

31.03.2011, 09:01 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Wenn ein Stern in sich zusammefällt und ein Schwarzes Loch entsteht, wird in einem Bruchteil von Sekunden in Form von Gammablitzen soviel Energie freigesetzt, wie unserer Sonne während der ganzen Lebzeit verbraucht! Das mag unglaublich tönen, aber es ist so. Für mich stellt sich bloss die Frage, auf welcher falschen Schiene versuchen die Erdenmenschen Energie zu gewinnen??? Antworten


Patrick Hugentobler

01.04.2011, 11:38 Uhr
Melden 1 Empfehlung

@Reto Baumann
Wenn es doch nur so einfach wäre. Dann würden wir schon längst die Energie von Blitzen auf der Erde speichern und für uns nutzen.
Antworten



Populär auf Facebook Privatsphäre


DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.