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Die Concorde ohne Knall
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Concorde fliegt seit 2003 nicht mehr
Der legendäre Flieger, der die Strecke Paris–New York in nur dreieinhalb Stunden zurücklegen konnte, fliegt seit 2003 nicht mehr.
Am 25. Juli 2000 fing eine Concorde von Air France kurz nach dem Start in Paris Charles de Gaulle Feuer. Sie stürzte in der Ortschaft Gonesse ab – alle Menschen an Bord von Flug AF 4590 starben. Air France und British Airways nahmen die Flüge zwar im Jahr 2001 wieder auf, doch die Nachfrage sank, und das machte den Betrieb unattraktiv. Auch hohe Treibstoffkosten sorgten für den Entscheid – und die Lärmbelastung durch den Überschallknall.
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Die Idee stammt aus den Fünfzigerjahren. Der deutsche Ingenieur Adolf Busemann entwarf damals einen Flieger, der schneller als der Schall reisen kann. Das Spezielle an seinem Projekt: Das Flugzeug verursacht beim Durchbrechen der Schallmauer keinen Knall. Die Lösung bietet ein Doppeldecker. Die zwei Tragflächen, zwischen denen die Luft hindurchfliesst, waren Busemanns Geheimrezept.
Der Haken: So gut das Doppeldeckermodell während der Reise mit Überschallgeschwindigkeit funktioniert hätte – der Flieger bekam mit den Doppelflügeln nicht den Auftrieb, um die nötige Höhe für den schnellen Flug zu erreichen.
Sparsamer, leiser, schneller
Doch nun haben Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Stanford-Universität in Kalifornien einen Weg gefunden, wie das Busemann-Modell nach einigen Änderungen doch noch abheben könnte. Wäre das der Fall, so hätte der Jet seinen Vorgängern wie der Concorde einiges voraus. So gelang es den Forschern Qiqi Wang, Rui Hu und Antony Jameson, den Luftwiderstand, der durch das Doppeldecker-Design entsteht, zumindest in der Theorie massiv zu verringern. Funktionieren soll das, indem die Innenseiten der Flügel angeschliffen werden.
Dadurch wird der Luftkanal zwischen ihnen grösser und der Widerstand reduziert. Das Auftriebsproblem wäre damit gelöst. Der Widerstand soll sich etwa gegenüber der Concorde um die Hälfte verringern. Das würde auch den Treibstoffverbrauch senken und den Lärm.
Forscher erwarten Boom bei Überschallfliegern
Bisher existiert das Modell nur auf dem Papier. Doch die Wissenschaftler wollen schon bald in einem nächsten Schritt ein dreidimensionales Modell des Fliegers bauen, um zu sehen, wie er tatsächlich im Flug funktioniert. Sie erwarten in den nächsten Jahren einen regelrechten Boom bei den Überschallfliegern. «Es arbeiten viele Forscher an Weiterentwicklungen», so Qiqi Wang.
So arbeiten Forscher der Tohoku-Universität in Japan ebenfalls schon länger an einer Weiterentwicklung des Busemann-Modells. Dieses soll bewegliche Flügel haben, die nach dem Start und vor dem Erreichen der Schallgeschwindigkeit die Form ändern. Die japanischen Forscher sind in einem Punkt bereits weiter als die Amerikaner, sie besitzen zu Testzwecken bereits ein 3-D-Modell der Tragfläche.
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Erstellt: 04.04.2012, 10:47 Uhr
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