Davon träumten Kapitäne schon lange

Diesen Sommer werden Handelsschiffe erstmals die Nordostpassage durch die Arktis befahren. Der Grund dafür ist allerdings weniger erfreulich.

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Bereits im 16. Jahrhundert erkundeten holländische und englische Seefahrer die Nordostpassage, die schnellste Seeverbindung zwischen Europa und Ostasien. Packeis hinderte sie jedoch an der Durchfahrt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts gelang es dem schwedischen Entdecker Adolf Erik Nordenskiöld, die ganze sibirische Nordküste abzufahren und durch das Nordpolarmeer nach Asien zu gelangen.

Nun steht ein neuer Meilenstein bevor: Diesen Sommer werden erstmals Handelschiffe auf der abenteuerlichen Route fahren. Möglich macht das der Klimawandel: Letztes Jahr war die Passage zum ersten Mal für einige Monate eisfrei, dieses Jahr wird der Umfang des Packeises noch weiter abnehmen, schätzen Experten. Um ganze 2 Grad ist die Temperatur in der Arktis in den letzten Hundert Jahren gestiegen.

Weniger Seemeilen, weniger Treibstoff

Ende Juli lichtete die MS Beluga Fraternity der Bremer Reederei Beluga Shipping im südkoreanischen Hafen Ulsan und nahm Kurs auf Nordrussland. Die Nordostpassage ist dabei die kürzeste Route zwischen Asien und Europa: Statt 11'000 Seemeilen – so viel beträgt die Strecke via dem Suez-Kanal – müssen Schiffe auf der Nordroute nur 8700 Meilen zurücklegen. Die Reedereien können mit der Route durchs Polarmeer viel Geld sparen, da sie weniger Treibstoff brauchen.

Niels Stolberg, geschäftsführender Gesellschafter der Beluga Shipping, ist der erste, der seine Schiffe durch die Nordostpassage fahren lässt. «Wir haben moderne Mehrzweckschergutfrachter auf neuestem technischen Stand, eine engagierte Crew sowie erfahrene russische Kapitäne, welche die Region kennen», sagt er in der «Aargauer Zeitung».

Und sollte sich das Packeis wider Erwartens schliessen, können russische Eisbrecher angefordert werden, die den Schiffen eine Fahrrinne ins Eis schlagen. (cha)

Erstellt: 11.08.2009, 14:18 Uhr

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8 KOMMENTARE

Fabienne Muriset

11.08.2009, 14:04 Uhr

Hoffentlich bleibt die Nordostpassage wenigstens für Ölfrachter ein Tabu. Nicht auszudenken, was bei einer Havarie in diesem ökologisch empfindlichen Gebiet passieren würde...


Sascha Rasche

11.08.2009, 14:02 Uhr

dann kann es ja endlich damit losgehen, auch diesen Bereich mit Rückständen aus den Tankreinigungen und dem sonstigen Müll zu verunreinigen. Mal schaun, wann es da die erste Ölkatastrophe gibt. Arktis geh in Deckung, die Zivilisation kommt :(


Hans Abächerli

11.08.2009, 14:01 Uhr

"..viel Geld sparen, da sie weniger Treibstoff brauchen..." Da sieht man also, dass der Klimawandel durchaus auch seine positiven Seiten hat! Endlich mal eine anders Sicht als immer nur das Geklöne dieser Öko-Fundis!


Leo Steiger

11.08.2009, 13:40 Uhr

Und damit können auch die Somalischen Piraten wieder dahin zurück, wohin sie hingehören: in die Wüste!


Daniel Rauch

11.08.2009, 13:28 Uhr

Rums Bums, und die neuste Schlagzeile in den Medien, Superoeltanker auf dem Wehg nach China zerberstet in der BeringSee, Tausende Roben und Moeven sterben auf qualvolle weise. Es können zwar sehr viele Seekilometer eingespart werden aber mit Umweltschutz hat das nichts zu tun. Mir tun die Eisbären und anderen Tiere jetz schon leid


Beat Knüsel

11.08.2009, 13:03 Uhr

Klimawahn und CO2 Grönland oder Greenland (Grünland) war im Mittelalter wärmer, grüner, ohne dass es CO2-Schuldige gab. Auf Grönland blühte einst das Leben. Statt einer kilometerdicken Eisschicht bedeckten Nadelwälder den südlichen Teil der Insel. Mit CO2 und Klimaerwärmung lässt sich anscheinend viel Geld verdienen.


Fernando Vicent

11.08.2009, 12:47 Uhr

Das gibt unserem in ein Eis gefrorenen Trinkwasserreservoir wohl den Todesstoss. Profitiert haben nur geldgierige Spekulanten, bürgerliche Idealisten und korrupte Bankiers. Zahlen werden es die Aermste dieser Welt sein. Man sollte diese Kapitäne und Ihre Geldgeber ...... zum Schutz der Menschheit!


Werner Meier

11.08.2009, 12:36 Uhr

Ja, super, endlich ist die störende Natur nicht mehr im Wege. So können wir noch schneller, noch mehr, noch weiter, noch... - noch mehr um uns selbst drehen!



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