Das Cern hat ernste Geldsorgen

Von Felix Straumann. Aktualisiert am 03.09.2010 4 Kommentare

Die Wirtschaftskrise und Altlasten setzen den Teilchenforschern zu.

Grundlagenforschung ist teuer: Dem Cern droht das Geld auszugehen.

Grundlagenforschung ist teuer: Dem Cern droht das Geld auszugehen.
Bild: Keystone

Nach den erfolgreichen Teilchenkollisionen bei Weltrekordenergie vor einem halben Jahr folgt nun ein herber Rückschlag für die Cern-Physiker: Es fehlt ihnen an Geld. Gründe dafür sind ein Schuldenberg von 500 Millionen Franken, ein sanierungsbedürftiger Pensionsfonds und Mitgliederländer, denen wegen Wirtschaftskrise und starken Frankens das Geld nicht mehr so locker von der Hand geht.

«In den nächsten fünf Jahren müssen wir insgesamt 343 Millionen Franken einsparen und zusätzliche Schulden machen», sagt Cern-Kommunikationschef James Gillies auf Anfrage. Die Mitgliederstaaten wollen in diesem Zeitraum 135 Millionen Franken weniger einzahlen. Bei einem Jahresbudget von rund einer Milliarde Franken entspricht dies einer Kürzung um rund 3 Prozent.

Hinzu kommen laut Gillies 300 Millionen Franken, die das Cern in den nächsten fünf Jahren in den lange Jahre vernachlässigten Pensionsfonds der 2250 Cern-Mitarbeiter einzahlen muss. Die Kredite kann das Cern hingegen verlängern. Um die ambitionierten Projekte des Cern nicht zu gefährden, will die Leitung sich sogar zusätzlich verschulden. Als Sparmassnahme sollen 2012 dafür sämtliche Beschleunigeranlagen und Experimente ein Jahr lang pausieren. Ob alles wie geplant umgesetzt werden kann, entscheiden die Vertreter der Mitgliederländer am 26. September. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.09.2010, 20:31 Uhr

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4 Kommentare

Peter Räber

03.09.2010, 14:57 Uhr
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Alles logisch. Das Geld verschwindet natürlich in dem schwarzen Loch, an dem das Cern forscht. Selber schuld. Antworten


Christian Dürig

03.09.2010, 20:06 Uhr
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Schade, dass wir nicht Managerlöhne einsetzen können, um diese Geldsorgen zu beseitigen. Ich leide selber darunter und kann kaum warten, bis die Higgs-Botschaft eintrifft. Nur die Geduld von Raymond Davis (Nobelpreisträger Physik 2002) trösten mich, doch Geduld zu üben und weiter zu arbeiten. Antworten



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