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Cern simuliert den Urknall

Aktualisiert am 23.03.2010

Das Forschungszentrum in Genf führt am 30. März erstmals ein Experiment mit Teilchenkollisionen durch. Dabei ergeben sich Bedingungen, wie sie bei der Entstehung des Universums herrschten.

Die Strahlen im Teilchenbeschleuniger LHC hätten die angepeilte Energie von jeweils Teraelektronenvolt 3,5 TeV erreicht, teilte das Cern am Dienstag mit. Zwei gegenläufig zirkulierende Strahlen mit dieser Leistung sollen am 30. März aufeinander prallen. Die Voraussetzungen seien gegeben, um mit den physikalischen Experimenten zu beginnen, sagte Cern-Direktor Steve Myers.

Allerdings gebe es noch viele Vorarbeiten zu erledigen. Allein die beiden Strahlen so auszurichten, dass sie frontal aufeinander prallen, sei eine Herausforderung: «Es ist ein bisschen wie Nadeln über den Atlantik zu schiessen und dafür zu sorgen, dass sie einander auf halbem Weg treffen», heisst es in der Mitteilung.

Schwieriges Unterfangen

Der LHC sei keine Maschine, die man einfach per Knopfdruck anschalten könne, sagte Rolf Heuer, der Generaldirektor des CERN. Er laufe zwar gut, aber er sei immer noch in der Phase der Inbetriebnahme. Es könne gut sein, dass es Stunden oder gar Tage dauern werde, bis die ersten Kollisionen gelängen.

Wenn die Teilchen dann wirklich mit 7 TeV aufeinander prallen, hoffen die Forscher noch unbekannte Elementarteilchen zu beobachten. Unter anderem könnte der LHC den experimentellen Nachweis für das so genannte Higgs-Boson erbringen, das bislang nur theoretisch existiert.

Die Fortschritte, die der LHC macht, sind Balsam auf die Seele der CERN-Forscher in Genf. Der grösste Teilchenbeschleuniger der Welt war nämlich kurz nach einem Bilderbuchstart am 10. September 2008 durch eine schwere Panne im Kühlsystem lahm gelegt worden. Die Reparatur des Defekts dauerte nicht weniger als 14 Monate.

Leistung noch verdoppeln

Im November 2009 konnten die Forscher die Maschine wieder in Betrieb nehmen. Am vergangenen Freitag wurde erstmals ein Strahl auf 3,5 TeV beschleunigt. Mit einer Kollisionsenergie von 7 TeV wird das CERN seinen grössten Konkurrenten, das Fermilab in Chicago (USA) um das 3,5-Fache übertreffen.

Die Forscher planen, den LHC für 18 bis 24 Monate praktisch ununterbrochen laufen zu lassen. Danach folgt ein «technischer Stopp von etwa acht bis zehn Monaten. In dieser Zeit wird der LHC so umgebaut, dass er danach seine maximale Leistung von 14 TeV ausschöpfen kann. (vin/sda)

Erstellt: 23.03.2010, 15:45 Uhr

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