Britische Marine testet Drohne aus 3-D-Drucker

In Zukunft sollen Drohnen an Bord von Schiffen gedruckt, zusammenmontiert und auf Erkundungsflug gesendet werden, zum Beispiel für Aufklärungszwecke bei Naturkatastrophen.

Katapultstart der Sulsa-Drohne ab dem Deck des Royal-Navy-Schiffs HMS Mersey.
Video: University of Southampton

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Vergangenen Dienstag startet erfolgreich vom Deck der HMS Mersey, ein Schiff der englischen Royal Navy, in Südengland eine Drohne, die komplett aus einem 3-D-Drucker stammt. Laut «MIT Technology Review» wurde das drei Kilo schwere Fluggerät auf offener See von einer drei Meter langen Rampe in die Luft katapultiert. Die Rampe ist im vorderen Bereich des Schiffes installiert. Nach einem vier minütigen Testflug einer vorprogrammierten Flugroute folgend, vollführte die Drohne eine sichere Bauchlandung auf einem Kiesstrand an der Küste Englands.

Die Teile der Drohne wurden an Land gedruckt, von einem 3-D-Drucker. Das Fluggerät wurde jedoch auf dem Schiff zusammengebaut. Der Test sollte zeigen, ob der Gebrauch von Einwegdrohnen auf Schiffen praktikabel ist. In Zukunft sollen die Drohnen an Bord gedruckt werden. Dies hätte den Vorteil, je nach Einsatzmission schnell und flexibel reagieren zu können, um bei Naturkatastrophen eine Drohne für einen ersten Erkundungsflug zu senden. Plastikdrohnen aus 3-D-Druckern haben ausserdem den Vorteil, dass sie in der Herstellung kostengünstiger sind als herkömmliche Drohnen. Wie schnell die Drohne gedruckt ist, wird im «Technology Review» des MIT nicht erwähnt.

Maximale Flugdauer 40 Minuten

Die propellerbetriebene Drohne hat eine Flügelspannweite von 1,5 Meter. Damit entspricht sie in etwa derjenigen eines Rotmilans. Die Drohne ist eine Entwicklung von Luftfahrtingenieuren der Universität Southampton. Die Drohnenhülle setzt sich aus vier Einzelteilen zusammen. Das Druckmaterial ist Nylonpulver, und die Teile werden mittels Laser zusammengeschweisst. Auch Quer- und Höhenruder stammen aus dem 3-D-Drucker. Zum Equipment der Drohnen gehören ausserdem ein Elektromotor und Propeller, Batterien und die Steuerung sowie, abhängig von der Einsatzmission, spezielle Sensoren und Kameras. Die maximale Fluggeschwindigkeit beträgt etwa 161 km/h, die maximale Flugdauer 40 Minuten.

Drohnen, die ab Schiffen starten, gibt es bereits seit langem. Sie sind aber in der Regel viel grösser und kosten Millionen, sagt Jim Scanlan, Professor an der Universität Southampton. Die Drohne Sulsa dagegen nur einige Tausend Dollar. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.07.2015, 14:44 Uhr

Die Sulsa-Drohne mit Heckantrieb wiegt drei Kilogramm. (Bild: University of Southampton)

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