1000 km/h schneller Superzug: Chinesen kopieren die Swissmetro
Aktualisiert am 06.08.2010 13 Kommentare
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Forscher der chinesischen Southwest Jiaotong University tüfteln an einer Magnetschwebebahn, die Geschwindigkeiten von bis zu 600 km/h erreicht. Ein kleineres Modell, das bis 1000 km/h schafft, soll in zwei Jahren folgen. Das Ziel scheint hochgesteckt, zumal die chinesischen Tunnel mit reduziertem Luftdruck arbeiten sollen. Den bisherigen Rekord hält ein japanisches Testgefährt mit 581 km/h – allerdings unter hohem Energieeinsatz.
Energieverbrauch als Knackpunkt
Ob die Chinesen die angestrebten Geschwindigkeiten mit einem vernünftigen Energieaufwand erreichen können, bleibt offen. Selbst wenn dies gelingt, ist die Umsetzung des Konzepts laut Alfred Rufer, Professor an der School of Engineering der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, unsicher. «Der Schritt von der theoretischen Machbarkeit zur tatsächlichen Realisierung eines solchen Projektes ist gross», sagt er der Agentur «Pressetext». Dem könnten sowohl technische als auch wirtschaftliche Überlegungen entgegenstehen.
Rufer weiss, wovon er spricht, er verwaltet an der EPFL die Unterlagen zum Projekt Swissmetro. Die unterirdische Vakuum-Magnetschwebebahn soll die 100 Kilometer lange Strecke Zürich-Bern in zwölf Minuten schaffen. Ob sie je Realität wird, ist allerdings fraglich. Die Umsetzung wurde seit 1992 von der Swissmetro AG vorangetrieben. Diese hat aber Ende 2009 wegen politischer und wirtschaftlicher Probleme das Handtuch geworfen.
In zwei Stunden von Peking nach New York
Dank der Vakuumtunnel können Projekte wie die Swissmetro schneller fahren als herkömmliche Magnetschwebebahnen. Wie es um deren Wirtschaftlichkeit steht, wird sich weisen. Mit dem Transrapid ist das deutsche Vorzeigeprojekt nicht zuletzt an den exorbitant hohen Kosten gescheitert.
Das hält Visionäre nicht von imposanten Zukunftskonzepten ab. Das chinesische Team steht in Verbindung mit Daryl Oster. Der Amerikaner ist schon einen Schritt weiter. Er hat 2002 ein Patent auf das Konzept des «Evacuated Tube Transport» (ETT) erhalten und preist das ETT als Individualverkehrskonzept der Zukunft an. In einem Röhren-Netz sollen Kapseln für bis zu sechs Personen verkehren. Selbst von interkontinentalen Fahrten mit 6500 km/h ist die Rede. Konkret: Von New York nach Peking in zwei Stunden. (pbe)
Erstellt: 06.08.2010, 17:15 Uhr
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13 Kommentare
@ Roland Peter Nun kein Risiko ist so hoch wie dieses welch sich schon zeigt, es ist der Geiz welcher wir uns ersparren, so wird jedes Patent schon seit jeher einen Bruch erfahren, jede Information hat gewicht, und so sind sie es in meinem Gedicht. Wir werden es schon bauen, und auf nachhaltigkeit vertrauen. Antworten
@Rafael Sergi: Da haben Sie recht! Jedoch befürchte ich, dass seit je her die Banken nicht mitspielen, da bei denen ja alles risikoarm wie möglich sein soll. Ausser vielleicht ihre eigenen Tätigkeiten. Daher wurde auch die Quarzuhr, Rastertunnel-Mikroskop oder den Klettverschluss verkauft. Antworten
Wenn man dazu fähig wäre, dann könnte man ja ein solches ETT System auch als Produkt ins Ausland verkaufen. Wer sagt denn, dass die Schweiz selber so eine Metro braucht? (Stadler Rail z.B. verkauft seine Produkte auch in die ganze Welt, weil die SBB ihren Bedarf mehrheitlich bei Ausländern beschafft.) Antworten
Genau was wir brauchen, dann kann man täglich nach Peking pendeln... Das Problem dürfte die Luffahrt sein , ein Flug kostet bald nur noch EUR 20.-... Solange die globale Energiesteuer fehlt sehe ich alles wenig positiv. Immerhin denkt Brüssel schon mal darüber nach die Luffahrt zu besteuern. Immer schneller, immer weiter, bringt eigentlich unter dem Strich nichts. Antworten
Die Schweizer können eines besonders gut: nämlich erfinden. Die Chinesen können auch etwas besonders gut; nämlich Erfindungen kopieren. Schade, dass wir hier nicht eine solche Magnetschwebebahn realisieren. Es wäre eine Pionier Leistung. Antworten
Diese Projekte werden aus 2 Gründen scheitern: 1. Entweder muss die Verbindung zwischen Bahnsteig und Zug dicht sein oder der Zug muss in eine dichte Schleuse einfahren. 2. Ein Leck im Zug und alle ersticken. Was bei einem Flugzeug durch schnelles Absinken innert Minuten gelöst werden kann ist in der Mitte eines Tunnels, z. B. 60 km von Zürich und Bern nicht möglich. Antworten
Ist es nicht total sinnlos, so einen Aufwand zu betreiben, um in 12 Minuten nach Bern zu kommen, wenn ich bis zum Bahnhof eine halbe Stunde brauche, und dann vom Bahnhof zum Ziel nochmals eine halbe Stunde? Eine herkömmliche Fahrweise ohne Magnete ist immens billiger, sofort zugänglich, und weniger gefährlich. Und wenn sie dann eine halbe Stunde dauert, ist das für alle mehr als akzeptabel!! Antworten




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Werner Werner Holliger
@otto ris: Pssst, das haben die Schweizer gemacht, um die Chinesen zu verwirren! Antworten