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Sein Hufeisen entscheidet, ob ein Pferd schmerzfrei gehen kann

Von Heidy Dietiker. Aktualisiert am 03.02.2012 8 Kommentare

Für Walter Wolf ist ein Berufstraum in Erfüllung gegangen: Seit einem halben Jahr leitet er zusammen mit einem Berufskollegen die Hufschmiede am Tierspital der Universität Zürich.

Beruflich am Puls der Zeit: Walter Wolf kann am Tierspital neue Beschlagsmethoden entwickeln.

Beruflich am Puls der Zeit: Walter Wolf kann am Tierspital neue Beschlagsmethoden entwickeln.
Bild: Heidy Dietiker

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Nach 35 Jahren ist Hufschmied Walter Wolf dorthin zurückgekehrt, wo er seine Berufskarriere begonnen hat: ins Tierspital Zürich. Wolf hat dort eine Lehre als Huf- und Fahrzeugschmied gemacht. Im August konnte der Zürcher Oberländer nun in die Fussstapfen seines Lehrmeisters Rudolf Bertolla treten und sich damit einen Traum erfüllen: «Ich hatte all die Jahre stets ein wenig Heimweh nach dem Tierspital.» Die Stelle teilt er mit einem Kollegen.

Den Kontakt zu Rudolf Bertolla hat der 52-Jährige Walter Wolf nie abreissen lassen, er war regelmässig im Tierspital zu Besuch. «Ich habe all die Jahre einen regen Austausch mit ihm gepflegt, habe oft seinen Rat eingeholt und stets von seiner immensen Erfahrung profitieren können», sagt Wolf. Bertolla hatte die Schmiedstube der Klinik bis zu seiner Pensionierung 43 Jahre lang geleitet.

Neues Konzept für die Hufschmiede

Wolf zögerte keinen Moment, seine Bewerbung einzureichen, als die Stelle ausgeschrieben wurde. Er hatte in einer Tierklinik im Tessin gearbeitet. In Grüningen konnte er 1988 eine Hufschmiedwerkstatt übernehmen. Von dort aus betreute er Stammkunden mit rund 300 Pferden.

Auf die Stellenausschreibung habe es «überraschend viele Bewerber» gegeben, sagt Professor Anton Fürst, Direktor des Departements Pferde am Tierspital der Universität Zürich. Ein Hufschmied am Tierspital müsse besondere Voraussetzungen erfüllen, erklärt er. «Es braucht nebst einer sehr guten fachlichen Qualifikation auch viel Interesse an neuen Beschlagsmethoden, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Tierärzten sowie Freude an Forschungsprojekten und Studierenden.» Die ausgezeichnete Ausbildung, die guten Qualifikationen sowie eine hohe Sozialkompetenz hätten für die Klinikleitung den Ausschlag gegeben, sich für Wolf zu entscheiden, sagt Fürst.

Die Pferdeklinik nutzte mit dem Generationenwechsel gleichzeitig die Gelegenheit, für den Betrieb der Hufschmiede ein neues Konzept auszuarbeiten. Neu betreiben zwei statt einem Pächter je zu 50 Prozent den Betrieb. Damit stellt das Spital sicher, dass dieser Bereich der Pferdeklinik rund um die Uhr besetzt ist. Gleichzeitig ermöglicht dies den beiden Betreibern, ihren Kundenstamm weiterhin zu bedienen.

Komplexe Arbeit

Walter Wolf führt nun seit rund einem halben Jahr gemeinsam mit seinem Compagnon Marcel Meier aus dem aargauischen Boniswil die Tierspital-Schmiede. Dies nicht ohne Stolz. Es gehe ihm dabei aber nicht um Ruhm und Ehre. «Ich bin hier beruflich am Puls der Zeit, kann wissenschaftlich mitarbeiten und mitdenken», sagt er.

Die Fälle am Tierspital seien sehr oft komplex und erforderten eine enge Zusammenarbeit mit den Tierärzten. Er müsse sich dabei mit neuen Methoden und speziellen Materialien zum Beschlagen auseinandersetzen. Denn es komme darauf an, ob er ein Dressur-, Spring-, Renn- oder Freizeitpferd beschlagen müsse, sagt Wolf. «Die richtige Behandlung entscheidet, ob ein Pferd wieder schmerzfrei laufen kann.»

Die Schattenseite des Berufs

Sein Ziel sei es, stets eine Lösung zu finden, die dem Wohl des Pferdes diene. Dass manchmal weder die Behandlung durch den Tierarzt noch ein orthopädischer Beschlag durch den Hufschmied ein Pferd retten kann, muss aber auch Wolf akzeptieren. «Dies sind die Schattenseiten, und sie gehören bei meinem Beruf dazu», sagt er.

Zu Wolfs «Kunden» zählen vor allem Pferde mit Hufentzündungen, Hufoperationen, Hufspalten, Fehlstellungen von Hufen und Gliedmassen oder Wachstumsstörungen. «Die Arbeit im Tierspital ist äusserst vielseitig und fordert mich täglich aufs Neue heraus», sagt Wolf. Er lerne nie aus. Und genau hier liege für ihn die Faszination. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.01.2012, 18:43 Uhr

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8 Kommentare

adam gretener

04.02.2012, 09:12 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die Natur weiss es besser. Manchmal. Nur hat Sie damals weder an Asphalt- noch Kieswege ggedacht. So gedacht bräuchten wir auch keine Schuhe... Antworten


adam gretener

04.02.2012, 09:12 Uhr
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Die Natur weiss es besser. Manchmal. Nur hat Sie damals weder an Asphalt- noch Kieswege ggedacht. So gedacht bräuchten wir auch keine Schuhe... Antworten



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