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Klassik beruhigt verängstigte Tiere
Von Mirjam Messerli. Aktualisiert am 02.08.2012 15 Kommentare
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Tipps für Tierhalter
Der Schweizer Tierschutz empfiehlt Tierhaltern, für einen ruhigen Ort zu sorgen, an den sich die Tiere zurückziehen können. Ein Radioprogramm oder klassische Musik kann eine Geräuschkulisse bieten, die den Lärm etwas überdeckt. Keinesfalls sollten Haustiere nach draussen gelassen werden. Eine grosse Gefahr für Wildtiere sind 1.-August-Feuer. Igel und andere Kleintiere nisten sich im trockenen Holz ein, weil dies für sie ein Schlafplatz ist. Sie verbrennen, wenn die Holzhaufen vor dem Anzünden nicht umgeschichtet werden. Liegt das Holz länger an einem Ort, sollte man es mit einem Zaun schützen, damit keine Tiere hineinkriechen.
Hunde hören doppelt so gut wie Menschen. Katzenohren sind sogar fünfmal empfindlicher. Kein Wunder, dass Raketen und Knallpetarden am 1. August viele Tiere in Panik versetzen. Im Tierheim Oberbottigen in Bern freuen sich die Pflegerinnen und Pfleger deshalb nicht wirklich auf den Nationalfeiertag. «Wir sind jedes Jahr froh, wenn die Knallerei vorbei ist», sagt Tierpflegerin Gaby Moser.
Am 1. August verläuft der Tag im Tierheim anders als sonst: Mit den Hunden gehen die Pfleger am Vormittag spazieren. Wenn die Knallerei los geht, sind die Vierbeiner im Haus. Ein Tipp, den die Tierpflegerin auch privaten Hundehaltern gibt (siehe Kasten). Sofern diese denn am 1. August überhaupt in der Schweiz sind. Denn: Immer mehr Hundehalter verreisen ins nahe Ausland, um ihrem Tier die Angst vor dem Feuerwerk zu ersparen.
Den Hunden ein T-Shirt anziehen
Sowohl bei den Hunden als auch im Katzenhaus läuft im Tierheim am Abend des 1. Augusts klassische Musik. «Klassik hat eine beruhigende Wirkung. Zudem ist es gut, wenn ein ständiger Geräuschpegel den Lärm von draussen überdeckt», sagt Gaby Moser. In den Tierhäusern wird das Licht die ganze Nacht brennen gelassen.
Besonders verängstigten Tieren könne man mit SOS-Bachblütentropfen helfen oder beim Tierarzt ein leichtes Beruhigungsmittel holen, erklärt die Tierpflegerin. Bei manchen Hunden hilft ein lustiger Trick: Man zieht ihnen ein enges T-Shirt an. «Das beruhigt sie.» Katzen behalte man am 1. August am besten im Haus, rät die Expertin. «Dort können sie sich verkriechen.» Die Tiere zu trösten, sei meistens kontraproduktiv. Die zusätzliche Aufmerksamkeit bestärke vor allem Hunde darin, dass etwas nicht stimme.
Auch Herdentiere betroffen
In vielen Fällen seien Gedanken- und Rücksichtslosigkeit dafür verantwortlich, dass Jahr für Jahr am 1. August Tiere in panischer Angst um ihr Leben rennen oder sich vor Angst zitternd verkriechen, schreibt der Schweizer Tierschutz in einer Medienmitteilung. Feuerwerk, direkt neben einer Weide gezündet, versetze auch Herdentiere wie Kühe, Schafe oder Pferde in grosse Panik. Gleiches sei von Wildtieren bekannt.
«Ich hoffe jedes Jahr, dass die Menschen beim Abbrennen von Feuerwerk Rücksicht nehmen», sagt Gaby Moser. Rücksicht auf Menschen und auf Tiere. «Es muss ja nicht immer der Schweizerkracher sein. Es gibt doch auch viel schönes und farbiges Feuerwerk, das keinen Lärm macht.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 02.08.2012, 01:11 Uhr
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