Hoffnungsschimmer für den Tasmanischen Teufel

Aktualisiert am 10.03.2010

Die australische Tierart ist wegen eines Gesichtskrebs vom Aussterben bedroht. Nun haben Forscher einen Stamm entdeckt, der gegen diese Krankheit resistent zu sein scheint.

Eine bedrohte Tierart: Der Tasmanische Teufel im Taronga Zoo in Sydney.

Eine bedrohte Tierart: Der Tasmanische Teufel im Taronga Zoo in Sydney.
Bild: Keystone

Es gibt wieder Hoffnung für den Tasmanischen Teufel: Australische Wissenschaftler fanden eine Population, die immun gegen eine ansteckende Krebsart zu sein scheint, die den Bestand der Beuteltiere schon arg dezimiert hat.

Der nun gefundene Stamm könnte genetisch vor der Krankheit gefeit sein, wie Forscher am Mittwoch bekanntgaben. Die Krebsart DFTD wurde 1996 entdeckt, seitdem hat sie 70 Prozent der Tiere ausgerottet.

Der Krebs wird durch Bisse übertragen und verursacht Gesichtstumore, von denen die Tiere grotesk entstellt werden. Durch die Wucherungen können sie irgendwann nicht mehr richtig fressen. Ausserdem kann die Krankheit innere Organe befallen. Meist sterben die Beuteltiere wenige Monate nach der Ansteckung.

Forscherin: «Ein Hoffnungsschimmer»

Tasmanische Teufel, auch Beutelteufel genannt, leben auf der Insel Tasmanien südöstlich von Australien. Im vergangenen Frühjahr erklärte die australische Regierung die Tiere zur bedrohten Art. In 25 Jahren könnten sie ausgestorben sein, berechneten Wissenschaftler. Frühere Studien hatten aber nur Beutelteufel aus dem östlichen Teil Tasmaniens untersucht. Eine Untersuchung mit 400 Tieren aus allen Teilen der Insel legte nun offen, dass etwa jedes fünfte Tier immun gegen die Krankheit ist.

«Ich glaube nicht, dass wir uns jetzt beruhigt zurücklehnen können», sagte Kathy Belov von der Uni Sydney, die die Studie leitete. «Aber jetzt sehen wir einen Hoffnungsschimmer.» Einige Tiere könnten die Seuche überleben und damit die Art erhalten.

Berühmt durch eine Trickfilmreihe

Doch sicher ist dies nicht. «Wir wissen noch nicht sicher, ob der genetische Unterschied ausreicht, um dauerhaft nicht krank zu werden», sagte Beutelteufel-Forscher Hamish McCallum. Er leitete bis vergangenes Jahr die australische Schutzprogramm zur Rettung des Tasmanischen Teufels. Eine genetische Resistenz sei von Anfang an die grosse Hoffnung gewesen, dass die Spezies überlebe, sagte McCallum.

Berühmt wurden die Tasmanischen Teufel durch die Trickfilmreihe «Looney Tunes». Die Figur Taz ist darin einem solchen Tier nachempfunden und tritt als Gegenspieler Bugs Bunnys an. Tasmanische Teufel haben ein furchterregendes Maul mit spitzen Zähnen, sie können wilde Schreie ausstossen und sind die grössten fleischfressenden Beuteltiere der Welt. (jak/ddp)

Erstellt: 10.03.2010, 13:39 Uhr

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