Hawking: Gott hat das Universum nicht erschaffen

Aktualisiert am 03.09.2010 70 Kommentare

In seinem neuen Buch verliert der englische Astrophysiker Stephen Hawking den Glauben an Gott. Die Aussagen stehen im Gegensatz zu seinen früheren Ansichten.

Überrascht mit seinen neuen Aussagen: Der Astrophysiker Stephen Hawking.

Überrascht mit seinen neuen Aussagen: Der Astrophysiker Stephen Hawking.
Bild: Keystone

Regt schon vor seiner Veröffentlichung zu Diskussionen an: Stephen Hawkings neues Werk «The Grand Design». (Bild: Keystone )

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Gott hat nach Auffassung des britischen Astrophysikers Stephen Hawking keinen Platz mehr in Theorien zur Entstehung unseres Universums. «Braucht das Weltall einen Schöpfer? Nein», schreibt der weltbekannte Wissenschaftler in seinem neuen Buch «The Grand Design», aus dem die britische Zeitung «Times» am Donnerstag in Auszügen berichtete. Der Urknall sei lediglich eine Folge des Gesetzes der Schwerkraft gewesen.

«Weil es ein Gesetz wie das der Schwerkraft gibt, kann sich das Universum selbst aus dem Nichts erschaffen», schreibt der seit Jahrzehnten an einen Rollstuhl gefesselte Forscher. «Spontane Entstehungsprozesse sind der Grund dafür, dass es mehr als Nichts gibt, warum das Universum und warum wir existieren», argumentiert Hawking. Es sei nicht nötig, Gott darum zu bitten, «das Zündpapier anzustecken und das Universum in Gang zu bringen».

Gott als Teil der Entstehungsgeschichte

In seinem in viele Sprachen übersetzten Bestseller «Eine kurze Geschichte der Zeit» hatte Hawking 1988 noch in Erwägung gezogen, dass Gott nicht notwendigerweise unvereinbar mit dem wissenschaftlichen Verständnis vom Ursprung des Universums sein müsse. In seinem jüngsten Werk, das am 9. September erscheinen soll, begründet der Astrophysiker seine Auffassung nun unter anderem mit der Entdeckung von Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems.

Dies lasse das Zusammenfallen unserer planetaren Bedingungen - eine einzelne Sonne und die «glückliche Kombination» aus dem Abstand zwischen Erde und Sonne und der solaren Masse - weit weniger aussergewöhnlich erscheinen, schreibt Hawking. Dass die Erde nur erschaffen worden sei, «um die Menschen zu erfreuen» werde dadurch weit weniger zwingend.

Hawkings Krankheit

Hawking, der zahlreiche preisgekrönte Arbeiten zur Weltraumforschung veröffentlicht hat, leidet seit Jahrzehnten an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer Nervenkrankheit, bei der die Muskeln nach und nach absterben. Der Wissenschaftler, der bis 2009 den renommierten Lehrstuhl für Mathematik an der britischen Universität Cambridge innehatte, sitzt im Rollstuhl und kann sich nur mit Hilfe eines Sprachcomputers verständigen.

Anfang August hatte Hawking argumentiert, dass der Mensch innerhalb der kommenden 200 Jahre den Weltraum besiedeln müsse, da das Wachstum der Weltbevölkerung und die begrenzten Ressourcen der Erde immer mehr zu einer Bedrohung für den Menschen würden. Im April hatte er allerdings in einer Fernsehserie davor gewarnt, dass der Mensch im All auf eine möglicherweise feindliche, technisch überlegene Zivilisation treffen könnte. (mrs/sda)

Erstellt: 03.09.2010, 09:09 Uhr

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70 Kommentare

Heinz Oswald

06.09.2010, 12:25 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Um mit den Worten von Shane Hill zu sprechen: "Es verwundert nicht, dass diese sich nicht einmal hypothetisch vorstellen können...", dass Gott - der Geist ist - im Gegensatz zu allen Geschöpfen nicht zeitlich, sondern ewig ist, will heissen ohne Anfang und Ende. Wir sind vergleichbar einem lebenden Computer, der seinen Erbauer erfassen will - ÄTSCH, aber nicht wir, mit unseren "Produkten"... Antworten


Gerhard Mehr

03.09.2010, 10:12 Uhr
Melden

Es liegt in der Natur der Frösche, dass sie eine limitierte Sichtweise von der Ganzheit haben. Antworten



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