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Der Wetterkatastrophen-Barometer

Aktualisiert am 03.05.2012 2 Kommentare

Eine neue Wetterdatenbank soll helfen, Naturkatastrophen besser einzuordnen und Risiken abzuschätzen. Das Besondere daran: Die Datenbank enthält historische Aufzeichnungen von 1550 bis 1864.

1/5 Am 23. August 2005 ereignete sich in Brienz ein Murgang und zerstörte 28 Häuser. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben. In der Datenbank Euro-Climhist zeigt sich, dass Brienz schon früher Schäden durch Wetterereignisse erlitten hat: Im September 1798 wurden beispielsweise Schäden durch Schnee schriftlich festgehalten.
Bild: Keystone

   

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Um die Häufigkeit von extremen Naturereignissen abzuschätzen, braucht es einen Blick in die Vergangenheit. Erst beim Vergleich über mehrere Jahrhunderte zeigt sich, wie wahrscheinlich grosse Überschwemmungen, Schlammlawinen oder Dürreperioden sind und ob sich ihr Auftreten im Laufe der Zeit verändert.

Mit der neuen Internet-Datenbank Euro-Climhist der Universität Bern werden nun solche historischen Angaben für die Schweiz öffentlich zugänglich. Über 100'000 Daten vom Jahr 1550 bis zur offiziellen Einführung der Instrumentenmessung in der Schweiz 1864 hat das Oeschger-Zentrum mithilfe des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie Meteo Schweiz zusammengetragen. Da die Aufzeichnung von Wetterdaten mit Messinstrumenten erst Mitte des 19. Jahrhunderts begann, waren ältere Daten bis anhin auch für Fachleute rar und schwer zugänglich.

Versicherungen sind an langen Vergleichsperioden interessiert

Diese nun zusammengetragenen Daten erleichtern Forschern, Verwaltungen und Planungsbüros die Arbeit und die Einschätzung von Naturgefahren. Dazu gehören nicht nur Schutzmassnahmen gegen reissende Bergbäche, sondern beispielsweise auch die Beurteilung der Sicherheit von Atomkraftwerken. Auch Versicherungen sind auf historische Informationen angewiesen: Anhand von sogenannten Jahrhundertereignissen berechnen sie ihre Prämien und sind deshalb an möglichst langen Vergleichsperioden interessiert.

Weiterer Ausbau der Datenbank bereits geplant

Auf der Euro-Climhist werden nun Daten aus verschiedensten Quellen öffentlich gemacht: Frühe Fotos von Gletschern und historischen Hochwassermarken an alten Häusern oder die Bücher von frühen öffentlichen Einrichtungen wie Spitälern. Auch persönliche Chroniken sind erfasst, etwa jene des Berner Pfarrers Johann Jakob Sprüngli (1717–1803), laut der Webseite der wichtigste Wetterbeobachter seiner Zeit. Er notierte akribisch das tägliche Wetter, Schneefall und -schmelze und sogar die Blüte- und Reifezeit von Wild- und Gartenpflanzen.

Die neue Datenbank macht diese Informationen erstmals für Fachleute und Laien öffentlich zugänglich, wie die Universität Bern am Donnerstag in einer Mitteilung schrieb. Zunächst reicht die Datenbank bis 1550 zurück, später sollen auch Informationen aus anderen europäischen Ländern sowie Daten aus dem Mittelalter einbezogen werden. (heb/sda)

Erstellt: 03.05.2012, 13:43 Uhr

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2 Kommentare

PETRA KAISER

04.05.2012, 09:00 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

eine mal ganz tolle sache. DANKE Antworten


Eugen Fischer

05.05.2012, 09:51 Uhr
Melden

Die Welt hat sich doch immer gedreht und ausgeschlagen. Doch heute sind die Rahmenbedingungen mit alten Daten schwerer zu vereinen, beachte man nur die fünf Tagesvoraussicht der Wetterdarstellung, die selten über Tage hinaus sicher sind. Antworten



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