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Astronomen zeigen Pionieraufnahmen ferner Planeten
Einer kanadischen Gruppe gelang es, erstmals ein System mehrerer Planeten bei einem anderen Stern abzulichten. Gleich drei sogenannte Exoplaneten fanden sie auf ihrer Infrarot-Aufnahme bei der 130 Lichtjahre entfernten Sonne HR 8799 im Sternbild Pegasus.
Mit dem «Hubble»-Weltraumteleskop schossen Astronomen von der Universität von Kalifornien das nach ihren Angaben erste Foto eines Exoplaneten im sichtbaren Licht. Dieser Begleiter des 25 Lichtjahre entfernten Sterns Fomalhaut im Sternbild Südlicher Fisch hat eine dreimal grössere wie der grösste Planet unseres eigenen Systems, der Jupiter.
Umlaufzeit von 872 Jahren
Der Exoplanet umläuft seinen Stern alle 872 Jahre in mehr als 100 Mal grösserer Entfernung als die Erde die Sonne. Astronomen hatten seit langem einen Planeten bei Fomalhaut vermutet, aber erst jetzt liess sich der Trabant nachweisen.
Es ist nicht das erste Foto eines fernen Planeten, aber nach Angaben der Astronomen das erste im sichtbaren Licht. Es sind keinerlei Details des Exoplaneten auf dem Bild zu erkennen, die Forscher vermuten jedoch, dass er von einem gigantischen Staubring umgeben ist.
In einer Milliarde Jahren ausgebrannt
Chancen für Leben dürfte es im Fomalhaut-System kaum geben: Der Stern verbraucht seinen Brennstoff so rasch, dass er schon in etwa einer Milliarde Jahren ausgebrannt sein wird.
Wie der Fomalhaut-Trabant sind auch die drei nun entdeckten Begleiter des Sterns HR 8799 deutlich grösser als alle Planeten in unserem System. Sie besitzen sieben- bis zehnmal soviel Masse wie der Jupiter.
Planeten sind heiss
Die erst 60 Millionen Jahre alten Planeten sind selbst noch so heiss, dass sie im Infrarotlicht strahlen. Es ist nicht die erste Entdeckung eines Systems aus mehreren Planeten bei einem anderen Stern, aber nach Angaben der Astronomen das erste Mal, dass ein solches System direkt abgelichtet werden konnte.
«Wir haben seit acht Jahren versucht, Planeten abzubilden - ohne Erfolg», erläuterte Bruce Macintosh aus dem Entdeckerteam. «Endlich haben wir ein echtes Bild eines ganzen Systems. Das ist ein Meilenstein in der Suche und der Einordnung von Planetensystemen.»
Über 300 Exoplaneten
Insgesamt sind mit verschiedenen Methoden bereits mehr als 300 Exoplaneten entdeckt worden. Die meisten verrieten sich indirekt über ihre Schwerkraft, mit der sie an ihren Heimatsternen zerren und diese zu einem leichten regelmässigen Wackeln bringen, das sich von der Erde aus beobachten lässt.
«Wenn Astronomen bislang neue Planeten bei einem Stern entdeckt haben, haben wir bislang nur Schlängellinien auf einem Diagramm der Geschwindigkeit oder Helligkeit des Sterns gesehen», betonte Macintosh. «Jetzt haben wir ein echtes Bild, das die Planeten selbst zeigt, und das macht die Sache sehr interessant.» (sam/sda)
Erstellt: 13.11.2008, 21:19 Uhr
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