Warum Multiple Sklerose ausbricht

Aktualisiert am 23.03.2009

Forschende aus der Schweiz und Italien haben einen Mechanismus entdeckt, der den Ausbruch von Multipler Sklerose erklärt.

Demnach spielt das Molekül CCR6 eine zentrale Rolle bei der Auslösung der Gehirnentzündung, die dann zu Behinderungen führt, wie die Universität Bern am Montag mitteilte.

CCR6 sei daher ein Ansatzpunkt für die Entwicklung einer neuen MS-Therapie. Das Molekül entpuppte sich bei Versuchen mit Labortieren als der «Schlüssel», mit dem die krank machenden T-Zellen über eine spezielle Struktur des Gehirns - den Plexus choroideus - in die Flüssigkeitsrinde des Gehirns vordringen. Bislang war nicht klar, dass eine Entzündung des zentralen Nervensystems vom Plexus choroideus ausgehen kann. Entdeckt haben diesen neuen Weg der T-Zelleneinwanderung Forscher des Instituts für Biomedizin in Bellinzona, des Theodor Kocher Instituts der Universität Bern sowie der Neuroimmunologie-Abteilung der Universität Genua. Ihre Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift «Nature Immunology» nachzulesen.

Bei der Autoimmunkrankheit Multiple Sklerose greifen die T-Zellen, die normalerweise unseren Körper gegen Krankheitserreger schützen, das zentrale Nervensystem an, wo sie die Schutzschicht der Nervenzellen, das Myelin, zerstören. Ist die Myelin-Hülle zerstört, werden die Nervenzellen dauerhaft geschädigt, was zu bleibenden körperlichen Behinderungen führt. (sam/ap)

Erstellt: 23.03.2009, 13:55 Uhr

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