Wissen

Masernepidemie fordert ersten Toten

Aktualisiert am 06.05.2011 49 Kommentare

In weiten Teilen der Welt gelten die Masern als ausgerottet. In der Schweiz und in Deutschland hingegen droht eine neue Masernplage. Nun fiel dem Virus in München ein 26-jähriger Mann zum Opfer.

Die WHO macht versäumte Impfungen für den drastischen Anstieg verantwortlich: Student in Lausanne experimentiert mit einem Impfstoff (Archivbild).

Die WHO macht versäumte Impfungen für den drastischen Anstieg verantwortlich: Student in Lausanne experimentiert mit einem Impfstoff (Archivbild).
Bild: Keystone

Artikel zum Thema

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Der Schweiz droht eine neue Masernepidemie: Seit Anfang 2011 sind 337 Menschen an Masern erkrankt, viermal mehr als im ganzen vorangehenden Jahr zusammen.

Besonders betroffen ist die Region Basel. Dort erkrankten seit Dezember allein 59 Personen aus dem Umfeld einer Gemeinschaft, welche ihre Kinder nicht impfen lässt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mitteilte. Einen grösseren Ausbruch gab es auch in den Kantonen Thurgau und Zürich, wo 14 Personen nach dem Besuch eines Gottesdienstes in Frauenfeld erkrankten.

Während die Masern in weiten Teilen der Welt und selbst in 13 afrikanischen Staaten ausgerottet sind, ist die hoch ansteckende Krankheit auch im Nachbarland Deutschland neu aufgeflammt. Allein im ersten Quartal dieses Jahres wurden 390 Masern-Fälle bekannt. In München forderte das Virus bereits den ersten Toten, einen 26-jährigen Mann. Bereits 2010 waren 780 Fälle offiziell gemeldet worden – und das, obwohl die Bundesrepublik vergangenes Jahr schon längst masernfrei sein sollte, so die Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Am meisten Erkrankungen in Genf

In der Schweiz zählte Genf mit 152 am meisten Masernfälle, gefolgt von der Waadt mit 78. Die Krankheit wurde nach Angaben des BAG teilweise aus Frankreich eingeschleppt, wo die Masern derzeit besonders stark wüten.

Über drei Viertel der 6500 Masernfälle, die der Weltgesundheitsorganisation WHO in den letzten Monaten aus Europa gemeldet wurden, traten in Frankreich auf. Die WHO macht versäumte Impfungen für den drastischen Anstieg verantwortlich.

Das BAG forciert Masernimpfungen in der Schweiz: Die Europäische Impfwoche von Ende April stand im Zeichen dieser Krankheit. Bis Ende 2010 hätten die Masern in der Schweiz ausgerottet sein sollen. Weil das Ziel nicht erreicht wurde, ist die Frist bis 2015 verlängert worden. Masernepidemien hatte es in der Schweiz bereits 2006 und 2009 gegeben.

Masern sind eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder betreffen. Neben den typischen roten Hautflecken geht die Krankheit mit Fieber und einem erheblich geschwächten Allgemeinzustand einher. In manchen Fällen treten lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auf.

(mrs/sda)

Erstellt: 06.05.2011, 09:16 Uhr

49

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

49 Kommentare

Roger White

06.05.2011, 09:45 Uhr
Melden 30 Empfehlung 0

Wer die Impfungen verweigert ist dumm - hier ist also lediglich die natürliche Selektion am Werk. Trotzdem tragisch... Antworten


Cornelis Bockemühl

06.05.2011, 10:12 Uhr
Melden 30 Empfehlung 0

Wenn ein 26-jähriger an Masern stirbt dann ist das nicht nur eine Folge des Nicht-Impfens: Es ist auch die Folge davon dass er nicht die Chance hatte sich als Kind anzustecken! Mit gleichem Recht kann man also sagen: Er ist an den Folgen der Ausrottungskampagne gestorben. Tendenziös? Ja! Aber nicht tendenziöser als der Artikel auch - nur halt umgekehrt! (Die Welt ist halt nicht nur schwarz/weiss!) Antworten



Populär auf Facebook Privatsphäre


Genusswelt

Verschiedenste Weine, ausgewählte Zigarren und diverse Spirituosen, besuchen Sie dieGenusswelt!

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

Online-Wettbewerb

Gewinnen Sie ein tropisches Wochenende in Frutigen.