Innovation bei Brustkrebs-Früherkennung
Von Jan Derrer. Aktualisiert am 17.08.2011
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Dr. Nik Hauser ist zuversichtlich. «In ein bis zwei Jahren werden wir einen Prototypen entwickelt haben. Dann können wir die verbesserte und genauere Mammografie an Patientinnen durchführen», erklärt der leitende Arzt der Frauenklinik am Kantonsspital Baden. Doch zunächst müssen die klinischen Tests abgeschlossen werden.
Die Untersuchungen finden am Paul Scherrer Institut unter der Leitung von Prof. Dr. Marco Stampanoni statt. Er forscht am Labor für Makromoleküle und Bioimaging und ist zudem Professor an der ETH. Zusammen mit seinem Forscherteam entwickelte Stampanoni die traditionelle Mammografie entscheidend weiter. Eine gewöhnliche Röntgenaufnahme zeigt bloss, wie viel von der Röntgenstrahlung vom menschlichen Gewebe zurückgehalten wird. Das neue Verfahren misst zusätzlich, wie stark die elektromagnetischen Wellen auf dem Weg durch das Gewebe gebrochen und gestreut werden und liefert so zusätzliche Informationen über Grösse und Ausbreitung von Krebstumoren.
Dank Gittern zum Erfolg
Entscheidend für Stampanonis Verfahren sind extrem feine Gitter, die vom Röntgenstrahl durchquert werden. Insgesamt passiert der Strahl drei Gitter. Ein erstes Gitter steht vor der Gewebeprobe, zwei dahinter. Diese Gitter erfassen Brechungs- und Streuungsinformationen. Ein Detektor leitet dann die Ergebnisse an einen Computer weiter, wo sie in Bilder umgesetzt werden.
Um möglichst realitätsnahe Ergebnisse zu bekommen, verwenden die Forscher für die klinischen Tests menschliches Gewebe. Brüste, die wegen Krebs entfernt werden müssen, werden unverzüglich nach der Operation ins Forschungslabor geliefert und dort geröntgt. «Somit haben wir die Gewissheit, dass das Gewebe nicht durch Konservierungsmittel verändert wird», erklärt Hauser. Die Gewebeproben werden mit dem Einverständnis der Patientinnen verwendet.
Günstiges Verfahren
Die Firma Philips (PHG 14.375 0.45%) arbeitet mit dem Paul Scherrer Institut bei der Entwicklung des Prototypen zusammen, der in der klinischen Praxis eingesetzt werden kann. Die Kosten der neuen Mammografiemethode sollen deutlich niedriger sein als Computer- oder Kernspin-Tomografie-Aufnahmen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.08.2011, 06:29 Uhr
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