Forscher lüften Geheimnis um MS-Medikament
Wirkung erforscht: Glatirameracetat ruft eine schützende Immunreaktion hervor.
Die Substanz namens Glatirameracetat verändert die Immunantwort im Körper so, dass weniger Entzündungsreaktionen entstehen.
Glatirameracetat hat eine bemerkenswerte Geschichte, wie die Universität und das Universitätsspital Genf in einer Mitteilung schreiben. Forscher entwickelten dieses Molekül in den 1960er-Jahren eigentlich, um bei Versuchstieren MS auszulösen und die Krankheit so besser zu studieren.
Stattdessen zeigte sich aber rasch, dass die Substanz nicht nur keine Krankheit verursachte, sondern gar vor MS schützt. 1995 wurde diese hemmende Wirkung auch beim Menschen nachgewiesen. Seither wird Glatirameracetat zur Behandlung schubförmiger MS eingesetzt. Wie die Substanz wirkt, war aber weitgehend unbekannt.
Schützende Immunreaktion
Forscher um Patrice Lalive und Danielle Burger von der Uni und vom Unispital Genf konnten nun nachweisen, dass Glatirameracetat eine schützende Immunreaktion hervorruft. Wie sie im Fachmagazin «PNAS» berichten, wird insbesondere verhindert, dass der Körper zu viel eines Eiweisses herstellt, das die Schutzhülle der Nervenfortsätze angreifen kann.
Multiple Sklerose ist laut dem Communiqué eine sogenannte Autoimmunkrankheit. Das heisst: Das Immunsystem richtet sich bei den betroffenen Menschen gegen den eigenen Körper, statt ihn gegen Bakterien, Viren oder andere Krankheitserreger zu verteidigen. Die Auslöser der Krankheit sind nicht geklärt.
10'000 Betroffene in Schweiz
Das Ungleichgewicht im Körper sorgt bei MS dafür, dass mit der Zeit die Schutzhüllen der Nervenzellenfortsätze angegriffen und zerstört werden. Dadurch können mit der Zeit diverse Krankheitssymptome auftreten, von Sehproblemen bis zur Muskelschwäche.
Multiple Sklerose ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems in Mitteleuropa. In der Schweiz sind laut dem Communiqué mehr als 10'000 Personen betroffen. Weltweit beläuft sich die Zahl der MS-Kranken auf über 2,5 Millionen. (mbr/sda/)
Erstellt: 01.07.2009, 11:36 Uhr



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