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Forscher entwickeln Behandlung für Multiple Sklerose

Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift «Nature Medicine» veröffentlicht. Die Vorbereitungen für klinische Studien laufen.

Forscher der Universität Konstanz und des Biotechnologie-Instituts Thurgau (BITg) haben eine neue Behandlungsmethode für Autoimmunkrankheiten entwickelt. Damit sollen Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose oder Morbus Crohn behandelt werden können.

Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift «Nature Medicine» veröffentlicht, wie das Thurgauer Amt für Mittel- und Hochschulen am Montag mitteilte. Die Vorbereitungen für klinische Studien laufen.

Immunsystem gezielt drosseln

Bei Autoimmunkrankheiten ist das körpereigene Abwehrsystem hyperaktiv. Es reagiert nicht nur auf Krankheitserreger sondern greift auch körpereigene, gesunde Zellen an. Dadurch entstehen schwere Entzündungen.

Bislang werden Autoimmunerkrankungen mit Medikamenten behandelt, die das gesamte Immunsystem blockieren und den Körper damit anfällig machen auf Infektionen. Mit der neuen Behandlungsmethode können die Forscher das Immunsystem gezielt und nur in Teilen drosseln.

Botenstoffe hemmen

Die Hauptrolle bei dem neuen Wirkprinzip spielen das sogenannten Immunproteasom sowie ein Wirkstoff mit dem Namen PR-957, der ursprünglich zur Behandlung von Leukämie entwickelt wurde. Dieser Inhibitor hemme bestimmte Botenstoffe, die bei Autoimmunerkrankungen eine wichtige Rolle spielen, erklärte Michael Basler vom BITg.

Damit können die entzündungsfördernden Mechanismen gestoppt werden, ohne das gesamte Immunystem auszuschalten. Tierversuche brachten vielversprechende Ergebnisse. Bei Mäusen mit rheumatoider Arthritis schritt die Erkrankung nicht weiter fort und ihr Immunsystem reagierte weiterhin gut gegen Viren. Nebenwirkungen blieben aus.

Auch bei Typ-1 Diabetes mellitus zeigten sich gute Erfolge. Nun stehen weitere Tests für Multiple Sklerose und Morbus Crohn an. Die bisherigen Forschungen zeigen jedenfalls «ein gutes Potential», sagte Basler. Doch auch wenn die Wirksamkeit und Verträglichkeit beim Menschen nachgewiesen ist, werde es noch Jahre dauern, bis ein entsprechendes Medikament auf den Markt kommen könne. (sam/sda/)

Erstellt: 15.06.2009, 16:44 Uhr

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4 Kommentare

Eduard Pfiffner

18.06.2009, 15:10 Uhr
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Das ist sehr interessant , würde das auch bei Guilain-Barreè nützen ? Antworten


Ronnie König

17.06.2009, 17:36 Uhr
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Ich setze meine Hoffnung auf die Regulation von IL-21. Ob PR-957 dort ansetzt geht aus dem Bericht leider nicht hervor. Grüsse aus der Forschung RK. Antworten


Rudolf Peter

16.06.2009, 14:05 Uhr
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Ich war früher bei Hoffmann-La Roche mit klinischen Studien gegen MS des körpereigenen Stoffs TNF beschäftigt. Diese Studien mussten abgebrochen werden, weil TNF gegen Autoimmunkrankheiten wenig wirksam war. Es ist nun ein wichtiger vorwärts bei der Bekämpfung von Autoimmun-Krankheiten. MS-Patienten können nun hoffen. Antworten


Bock Susanne

16.06.2009, 09:15 Uhr
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Hallo! Das wäre ja fantastisch, denn unter B-Therapie mit Rebiff22 stiegen die Leberwerte sehr stark in die Höhe, deshalb mußte ich absetzen. Dann bekam ich Copaxone und mußte wegen einer allerg.Reaktion( anaphylaktischer Artt), das Medikament absetzen und mache jetzt gar nichts. mit nettem Gruß Susanne Bock Antworten



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