Wissen

Experte warnt vor Folgeschäden für Ehec-Erkrankte

Aktualisiert am 12.06.2011 3 Kommentare

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet massive gesundheitliche Beeinträchtigungen für Ehec-Erkrankte. Dutzende Patienten seien so stark nierengeschädigt, dass sie ein Spenderorgan brauchen würden.

1/23 Hier nahm die Epidemie ihren Anfang: Biohof in Bienenbüttel: Die Behörden teilten am 11. Juni mit, die Quelle des Erregers sei nun endgültig identifiziert.
Bild: Keystone

   

Karl Lauterbach. (Bild: Reuters )

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Viele Ehec-Kranke werden ihr ganzes Leben unter den Folgen der Epidemie leiden. «Etwa 100 Patienten sind so stark nierengeschädigt, dass sie ein Spenderorgan brauchen oder lebenslang zur Dauerdialyse müssen», sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der «Bild am Sonntag». Lauterbach kritisierte zudem, dass die Erkrankungen teils per Post gemeldet würden. Chancen auf ein schnelleres System sieht auch das Robert Koch-Institut (RKI).

Am Samstag hatten Behörden zweifelsfrei Sprossen aus einem Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel als Infektionsquelle ausgemacht. Im Ehec-Puzzle fehlen jedoch noch Teile. Wie der Keim in den Betrieb kam, ist beispielsweise offen. Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) sagte dem WDR, die Lieferkette vom Biohof zu den Erkrankten in NRW sei bislang unklar.

35 Tote

Der Darmkeim tötete weltweit inzwischen 35 Menschen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte. Darunter seien 34 Todesfälle in Deutschland und einer in Schweden. Nach Angaben des RKI und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist es der heftigste jemals registrierte Ehec-Ausbruch auf der ganzen Welt.

Der drohende Nierennotstand verschlimmert ein bekanntes Problem: Deutschlandweit stehen etwa 8000 Menschen auf der Warteliste für eine neue Niere - wegen ganz unterschiedlicher Krankheiten. Weniger als 3000 Nieren wurden allerdings im vergangenen Jahr verpflanzt, wie aus Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation hervorgeht.

Ausser Nierenversagen löst Ehec laut Ärzten schwere neurologische Schäden aus. Mediziner berichteten etwa von Sprachstörungen wie bei einem Schlaganfall oder Zuckungen bis hin zu epileptischen Anfällen. (pbe/dapd)

Erstellt: 12.06.2011, 20:05 Uhr

3

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

3 Kommentare

Markus Fischer

13.06.2011, 14:22 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

Es wäre sinnvoll, gesellschaftlich und wissenschaftlich über landwirtschaftliche Anbaumethoden und Massentierhaltung mit regelmässiger Antibiotika-Beigabe grundsätzlich nachzudenken. Nicht die Natur, sondern der technikgläubige Mensch erzeugt durch falsches Handeln derartige, beunruhigende Vorkommnisse. Alles muss immer schneller verkaufsbereit sein - die gesunde Natur braucht Zeit für's Wachstum! Antworten


Peter Petersen

13.06.2011, 10:35 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

Das kann einem schon richtig Angst machen .. Antworten



Populär auf Facebook Privatsphäre

Verzeichnis- & Serviceportal

Marktplatz

Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Alles für Abonnenten und Abonnentinnen

Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".

BLS Schifffahrt Berner Oberland

Auf Deck scheint die Sonne am längsten.
Was gibt es Schöneres als die wohlverdienten Feierabendstunden auf dem Thunersee zu verbringen?