Diskussion
Eine Diagnose für fast Normale
Statt des Aufmerksamkeitsdefizits ADHS diagnostizieren Ärzte zunehmend das Asperger-Syndrom. Ist die milde Autismusform nur ein Trend in der Psychiatrie – oder sind die Betroffenen tatsächlich krank? Mehr...
Von Felix Straumann.
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
38 Kommentare
Ich finde es schade, dass der Artikel ein ernstes Krankheitsspektrum mit unterschiedlichen Ausprägungen pauschal als positiv und nicht behandlungsbedürftig darstellt. "Leicht" betroffene Asperger-Autisten sind doch die Spitze des Eisbergs und kompensieren meist mit extremem Aufwand ihre Defizite. Sie "erscheinen" meistens normal, leiden aber gleichzeitig sehr unter ihren Einschränkungen. Antworten
Man redet von der Autismus-Spektrum-Störung. Das Asperger-Syndrom gehört da hinein. Es gibt Leute die haben eine starke Ausprägung des Asperger-Syndroms. Und diese Leute leiden sehr stark und brauchen alltägliche Unterstützung, auch in Schule und Beruf. Das Asperger-Syndrom ist somit per Definition keine milde Form des Autismus, sondern kann auch eine starke Behinderung für die Betroffenen sein. Antworten
vor allem in bereichen der neuen technologien finden leute mit solchen syndromen eine möglichkeit, ihre mangelnde sozialkompetenz auszugleichen. das internet mit den social networks bietet eine möglichkeit .problematisch ist, wenn solche technologien eine derartige gesellschaftliche bedeutung bekommen, dass auch gesunde menschen anfangen, einen autistischen lebensstil zu pflegen. Antworten
Das Pathologisieren eigenartiger Charakterzüge bei Männern geht wohl Hand in Hand mit dem eigenartigen Charakterzug von Frauen, alles psychologisch analysieren zu müssen. Als ob Empathie und Kommunikativität höher zu werten seien als Technikaffinität und Schweigsamkeit. Die Menschheit hat von der zweiten Kombination wesentlich mehr profitiert. Antworten
Die meisten bedeutenden Wissenschaftler, Ingenieure leiden vermutlich an einem mehr oder weniger ausgeprägten Asperger-Syndrom. Weil eben die untergehende westliche Zivilisation keine disruptiven Technolgien oder bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse benötigt, werden heute Ingneieure, die herausragende Technologien entwickeln, systematisch mittels Technologietransferverboten kaltgestellt. Antworten
In Berlin startet gerade das erste Social Enterprise im Bereich Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Autismus (auticon) - Ziel ist es, Menschen mit Asperger-Autismus und einer Affinität für IT als IT-Tester auszubilden und ihre Dienstleistung am freien Markt anzubieten. Jeder Mitarbeiter wird von einem Job Coach begleitet um die individuellen Hürden zu meistern. Mehr dazu unter: www.auti Antworten
Letzlich wird man wohl herausfinden, dass jeder Mensch mehr oder weniger autistisch ist, wie bei anderen Eigenschaften (Haar- / Augenfarbe, sexuelle Präferenz, etc.). Die verschiedenen Grade und Ausprägungen werden heute noch unter verschiedenen Namen (ADHS, Asperger, ...) geführt. Also alles ganz normal ist. - Wenn es Einfluss auf Führungsqualitäten hat, sind leitende Funktionen weniger geeignet. Antworten
Ich meine, Herr Semmler, wenn ich eine Rechenschwäche habe, sollte ich wohl nicht Buchhalter werden. Wenn ich nicht musikalisch bin, vielleicht nicht Sänger. Oder ohne gute Feinmotorik sollte ich nicht Uhrmacher werden. - Ohne zu Behaupten ich wüsste es: Falls eine gewisse austistische Ausprägung den Draht zu anderen Menschen kappt, ist das mit dem Chef sein vielleicht auch nicht so gut.
Wenn alles so normal ist, wieso soll da ein Einfluss auf die Führungsqualitäten sein bzw. wieso kommen Sie zum Schluss, dass solche Personen weniger für leitende Funktionen geeignet sind? Sind Führungskräfte etwa "normal"?
Ich als "Betroffener" sehe das ganze eigentlich auch mehr positiv als negativ. Natürlich gab es einige Probleme zu bewältigen wie zB eine Ausbildung abschliessen zu können oder eine Freundin zu finden, aber ich empfinde es als etwas sehr Spannendes, das Leben aus einem leicht anderen Blickwinkel als alle Anderen zu betrachten. Antworten
Vor allem Männer betroffen: Daran glaube ich nicht, weil in meiner Umgebung auch etliche Frauen an diesem Syndrom leiden. Dass das mit der Aerzte-Ausbildung zu tun hat, ist mir einstweilen klar. Auch dass Ritalin usw. kaum helfen, ebenfalls. Dass es häufig hochintelligente Menschen betrifft, ebenfalls. Die müssen sinnvoll betreut werden, dann nützen sie der Gesellschaft. Antworten
Es scheint so, dass betroffene Frauen (unbewusst) Nischen finden, wo sie sich unauffällig zurückziehen können (z. B. lange Hundespaziergänge, intensives Kochen und Backen) und so weniger oft diagnostiziert werden. Etlichen Frauen fürchten mit einer offiziellen Diagnose bei Scheidung Probleme mit dem Sorgerecht der Kinder zu bekommen.
Ob tatsächlich weniger Frauen davon sind, bezweifle ich sehr.
irgendwie scheint es mir, wollen sie es einfach nicht zugeben. es ist bekannt, dass mehr männer betroffen sind. muss wohl an den genen liegen ;-), aber ist doch schön, wenn man inteligent ist, andere haben nicht einmal das. ich gehe auch nicht davon aus, dass sie effektiv ettliche frauen mit der krankheit kennen. in meinen schulklassen gab es nie ein mädel mit einer solchen ausprägung.
Die Aussage stimmt so auch nicht. Es wurden in der Vergangenheit vor allem Männer DIAGNOSTIZIERT, weil das bei denen sichtbarer ist als bei Frauen. Man geht davon aus, das wesentlich mehr Frauen davon betroffen sind, als man glaubt.
Gesund oder krank, wer weiss das schon so genau? Am besten, man steht dazu, wie man ist und versucht, sich und anderen Menschen nicht zu schaden! Auch Gesunde haben schlechte Tage. Ich habe Depressionen und eine Persönlichkeitsstörung und wenn es mir schlecht geht, sag ich das meiner Umwelt auch. und sage auch oft sorry, heute war ich wieder mal ein Ekel! Antworten
Was mich nervt ist, dass man auf solche Aspis-ADHS letztlich Rücksicht nimmt. Hatte 2 so Chefs. Hochintelligent, KEIN Einfühlungsvermögen, gehen über Leichen, schauen einen nicht an beim Reden. Alle habe sich genervt ab diesem assozialen Hardcore-Manager. Solche Leute sollten in einer Spezialabteilung Software schreiben, aber in einem Team sind solche Leute untragbar. Eine Belastung für alle. Antworten
Das waren sehr wahrscheinlich keine Aspis. Das Aspis kein Einfühlungsvermögen hätten stimmt so eh nicht - sie reagieren auf soziale Signale i.d.R. einfach anders, als es dem Standard entspricht. Aspis gehen auch nicht über Leichen. Die Leute, die Sie beschreiben, fallen in eine andere Kategorie namens Psychopathen.
Bei dieser Pathologisierung von harmlosen persönlichen Eigenheiten kann einem ja echt übel werden. Will gar nicht wissen, was man bei mir so 'herausfinden' würde - aber ADHS oder Asperger wären 100pro dabei. Andere tragen dieses Etickett dann noch als Gütesiegel herum, auch kaum zu glauben! Dabei ist das einfach nur eure Persönlichkeit! Es gibt gar nicht genügend Schubladen für uns alle! :P Antworten
Eine Aspie-Diagnose ist kein Gütesiegel. Aspie's wären nämlich gerne "normal", würden nicht gemobbed von Mitschülern oder von Lehrkräften, fragen sie einmal meine Kinder. Eine Diagnose bringt Klärung, ist aber auch belastend.
Ich kann nur jedem empfehlen, im Internet "Die Entdeckung von Aspies" zu suchen, da wird das Asperger-Syndrom von bekannten Experten ausschliesslich anhand positiver Merkmale definiert (und eben nicht als Krankheit).
Im Gegensatz zu 95 % der Bevölkerung, welche am Neurotypischen-Syndrom leidet, lügen Aspies so gut wie nie,sind absolut ehrlich, etc. Ich bin stolz, ein Asperger zu sein!
Antworten
Besten Dank für Ihr Votum. Auch dieser Artikel entspricht voll dem Standard von TA Media: Schlecht recherchiert, fehlerhaft und tendenziös. Gewürzt mit einer persönlichen Story die nicht das Thema sondern etwas anderes beschreibt, in diesem Fall OCD.
Spannend wie nicht betroffene zu diesem Thema stehn, wie im Dorf über Kinder und Familien gesprochen wird die davon betroffen sind. Wenn durch Forschung mehr über solche Dinge bekannt wird hat das doch nichts mit einem Trend zu tun. Fragt bei betroffenen Nach wie es Ihnen geht. Das würde die Welt besser machen. Leider fehlt aber den "Schwätzern" der Mut sich damit auseinander zu setzten. Schade Antworten
Ich glaube heute wird auch viel mehr erwartet, dass die Menschen alle einheitlich funktionieren. Aus der Norm zu fallen, und dazu braucht es nicht viel, macht einem das Leben deutlich schwerer. Vermutlich sucht man daher auch eher eine Bestätigung in der Diagnose - als eine Art Berechtigung so zu sein, wie man ist. Wenn wir alle wieder ein wenig toleranter würden, wäre das Leben viel einfacher. Antworten
Find ich auch. Immerhin, durch eine präzise Diagnose wird das Unbekannte bekannt, so muss niemand "Angst" haben davor. Und es ist "sozial gerecht"... man hat einen Vorteil und einen Nachteil, so wie alle anderen auch.
Da wir nie ganz genau wissen, wie ein Mensch funktioniert, was einen Menschen ausmacht, können wir auch nie sagen, was ein gesunder Mensch ist. Deshalb ist jeder irgendwie "krank". Nicht die Krankheit ist das Problem, sondern die Idee des Gesundseins. Antworten
@B. Zimmermann: Ui, da fühlt sich jemand aber auf den Schlips getreten! Und bezüglich Anstand: Sie kennen das Sprichwort mit dem Glashaus und den Steinen? Nicht? Dacht ich mir.
Und den meisten wurde der Anstand auch nicht beigebracht. Die Eltern sitzen meilenweit entfernt, unterhalten sich mit anderen, oder ignorieren das Gezappel des Nachwuchs ganz einfach.
Was verstehen Sie unter "Anstand" Frau Grandjeux? Ihre naive Weltaunschauung resp. Diffamierungen zeugen auch nicht gerade von Anstand, wenn wir schon dabei sind.
Die Erfindung von immer neuen Krankheitsbildern geht einher mit steigenden Umsätzen in der Pharma. Wir produzieren heute mehr zukünftig Kranke und Abhängige weil wir nicht mehr als Gesellschaft funktionieren. Bsp. ADHS, Kinder die aktiv sind haben ADHS, also ruhig stellen und abhängig machen. Eigentlich gehört die medizinische Wissenschaft zur Untersuchung auf den Stuhl, es ist viel zu viel faul! Antworten
Für das Asperger-Syndrom gibt es keine medikamentöse Therapie.
Sind Sie Scientology auf den Leim gekrochen? Es gibt deutliche Unterschiede zwischen aktiven Kindern und ADHS. Aktive Kinder erreichen ihre Ziele, Kinder mit ADHS kommen vor lauter Herumgezappel oft nicht zu dem, was sie möchten. Und es gibt auch den Träumer-Typ des ADHS, der nicht mitbekommt, was läuft. Ritalin macht übrigens nicht abhängig, wenn man ein ADHS hat, man kann jederzeit aufhören.
Liebe Herr Hürlimann,
Ihre Argumente in Ehren, aber wenn Sie immer wieder den Job verlieren, weil Sie sich nicht lange konzentrieren können und viele Fehler entstehen, wären Sie wahrscheinlich sehr froh um ein Medikament, dass Ihnen hilft sich besser zuerecht zu finden und länger zu konzentrieren. Es geht nicht nur um die Hyperaktivität.
Wow. Herr Hürlimann, mein Hochachtung. Die ganze Psychiatrie und ihre Anhänger sind alles nur Scharlatane. Eine Ausrede für die Politik und die Versicherungen. Ich MUSS (muss!!!) einen Psychiater konsultieren, damit ich eine IV-Rente bekomme. Dass ich um Haaresbreite an Tetraplegie vorbeigeschrammt bin, beim Bruch meines Halswirbels wird schlicht ignoriert. Aber Schleudertrauma gibt's ja nicht...
Gut dass wir jetzt wissen wir können ja gar nicht anders! Dem Medizinisch-Industriellen-Komplex und seinen fleissigen Dealern, den kassenamtlich geprüften Ärzten, sie dank! Die angeblich medizinische Wissenschaft gehört nicht nur auf den Stuhl- sondern eingesperrt wie jeder "abhängig machender" Dealer! Da uns die Medien das Hirn recht gut gewaschen haben, werden wir auch das "schlucken"!
Zurück zur Story

Bitte warten





























Angemeldet mit Facebook