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Dicke Mütter machen ihre Kinder krank
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Immer mehr Übergewichtige und immer mehr autistische Kinder: US-Forscher kommen zum Schluss, dass zwischen den beiden Phänomenen ein Zusammenhang bestehen könnte. Dies meldet das «Wall Street Journal» (WSJ).
Dass Fettleibigkeit in den USA ein Problem darstellt, ist schon länger bekannt. Laut dem WSJ-Bericht sind in den USA ein Drittel aller Frauen im gebärfähigen Alter davon betroffen. Auch Autismus ist in den USA auf dem Vormarsch: Im Jahr 2009 traten noch bei einem von 110 US-Kindern autistische Symptome auf, heute bereits bei einem von 88.
Um 60 Prozent höheres Risiko
Für die besagte Studie, die gestern im Fachmagazin «Pediatrics» veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher mehr als 1000 Kinder mit und ohne Symptome sowie deren Mütter.
Es zeigte sich, dass fettleibige werdende Mütter ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko haben, ein Kind mit autistischen Symptomen zur Welt zu bringen. Das Risiko für sonstige kognitive oder Verhaltensstörungen beim Kind ist bei übergewichtigen Müttern doppelt so hoch. Noch ausgeprägter trat der Zusammenhang auf, wenn Mütter mit hohem Blutdruck oder Diabetes vor oder während der Schwangerschaft in das Untersuchungspanel miteinbezogen wurden.
Mütter nicht beschuldigen
Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass Fettleibigkeit und andere Stoffwechselfaktoren bei den Müttern ein allgemeines Risiko für Autismus und andere Entwicklungsstörungen darstellen. Dies erklärten die Forscher gegenüber dem WSJ.
Das kindliche Gehirn werde grundsätzlich von allem beeinflusst, was sich während der Schwangerschaft im Körper der Mutter abspiele. Es gehe aber keinesfalls darum, die Mütter zu beschuldigen. Es sei nicht ein einziger Faktor für die Entwicklung eines Kindes verantwortlich.
Lebensstandard und Umweltfaktoren
Ebenfalls eine Rolle spielt der Lebensstandard der Eltern. Zu diesem Schluss kommt eine weitere Studie, die im selben Fachmagazin publiziert wurde. Durchschnittlich verdienten Mütter von autistischen Kindern 35 Prozent weniger als jene von Kindern mit anderen Symptomen – und gar 56 Prozent weniger als Mütter von Kindern ohne Entwicklungsstörungen.
Eine frühere Studie mit denselben Kindern, die in der Fettleibigkeits-Studie untersucht wurden, weist auch auf Umwelteinflüsse hin: So verdoppelte sich das Risiko für Autismus-Symptome beim Kind, wenn die Familie in den letzten vier Monaten der Schwangerschaft neben einer Autobahn lebte. Ein weiterer Faktor ist die genetische Prädisposition.
Wie genau die Fettleibigkeit der Mutter das Kind beeinflusst, ist nicht klar. Möglicherweise spielt der Insulinspiegel im Körper der Mutter eine Rolle. Produziert oder gebraucht der Körper Insulin nicht richtig – was bei Übergewichtigen der Fall sein kann –, wirkt sich dies auf den Zuckerhaushalt aus. Man weiss, dass das menschliche Gehirn im fötalen Stadium eine Menge Zucker benötigt. (ami)
Erstellt: 10.04.2012, 12:35 Uhr
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