Der Schnee, die Schaufel und der Herzinfarkt
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Der Winter hat die Schweiz fest im Griff. Anhaltende Schneefälle haben zu zahlreichen Unfällen auf Schweizer Strassen geführt. Die Schneepflüge und –fräsen stehen in einigen Gemeinden im Dauereinsatz. Für viele Schweizer bedeutet eine verschneite Nacht am Morgen danach der Griff zur Schneeschaufel, um sich mühselig den Weg aus dem Haus zu bahnen.
In diesem Zusammenhang hat eine amerikanische Studie aber herausgefunden, dass zwischen dem Schneeschaufeln und einem plötzlichen Herzversagen ein Zusammenhang besteht. So schreiben die medizinischen Fachzeitschriften «Lancet» und «American Journal of Cardiology», dass die Fälle von Patienten mit Herzproblemen jeweils in der Woche nach einem heftigen Schneesturm zunehmen.
Eine Untersuchung der «Lancet» ergab, dass in der Woche nach sechs Schneestürmen zwischen 1974 und 1978 im US-Bundesstaat Massachusetts die Todesfälle durch Herzversagen um 22 Prozent zugenommen hatten. Da die Zahl der Herzpatienten in den Folgetagen konstant hoch blieb, könne man annehmen, dass diese mit der übermässigen Schaufelarbeit infolge des heftigen Schneefalls zu tun hatten. Zu einem ähnlichen Resultat kam auch eine Studie des «American Journal of Cardiology». Demgemäss kommt es in den Wochen nach einem Schneesturm wegen körperlicher Überanstrengung zu überdurchschnittlich vielen Todesfällen durch Herzversagen. 36 von den 43 untersuchten Todesfällen dieser Art hätten dabei direkt mit dem Wegschaufeln von Schnee zu tun gehabt.
Risiko bleibt trotzdem gering
Schneeschaufeln bedeutet eine spezielle Belastung für das Herz-Kreislauf-System. Die schnelle und intensive Bewegung führt zu einem plötzlichen Anstieg des Blutdruckes. Ausserdem erschwert kaltes Wetter ganz allgemein die Atmung bei anstrengenden Arbeiten und erhöht gleichzeitig das Risiko für einen Herzinfarkt. Für jemanden, der sich ansonsten kaum sportlich betätigt, erhöht sich damit das Gesundheitsrisiko markant. Joggen beispielsweise führt zu einem langsam ansteigenden Puls und ist daher selbst bei kaltem Wetter kaum lebensgefährlich.
Die Gesundheitsorganisation «American Heart Association» hält jedoch das absolute Risiko, dass man während dem Schneeschaufeln sterben könnte, für gering. So sterben in den USA nach einem Schneesturm durchschnittlich 1200 Personen wegen Herzversagens. Schneeschaufeln ist dabei eine Hauptursache. Doch im Vergleich zu den jährlich 425'425 Todesfällen durch Herzversagen in den USA ist dies eine verschwindend kleine Zahl. (jak)
Erstellt: 11.02.2010, 16:20 Uhr
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