...29 Jahren: Mord auf der Anklagebank

Von Céline Raval. Aktualisiert am 10.03.2010

Am 6. März 1981 erschiesst Marianne Bachmeier im Gerichtssaal des Gerichtshauses Lübeck den mutmasslichen Mörder ihrer Tochter Anna.

Übte Selbstjustiz aus: Marianne Bachmeier erschoss den mutmasslichen Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal.

Übte Selbstjustiz aus: Marianne Bachmeier erschoss den mutmasslichen Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal.
Bild: Keystone

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Grausame Ermordung eines siebenjährigen Mädchens

Im Mai 1980 gerät die damals siebenjährige Anna Bachmeier auf dem Weg zu einer Schulfreundin in die Hände des Fleischers Klaus Grabowski. Bei sich zu Hause soll er sie mit einer Strumpfhose erdrosselt haben. Laut Staatsanwaltschaft habe er die Kinderleiche anschliessend in eine Mulde gelegt und mit Erde bedeckt. Der vorbestrafte Sexualtäter Grabowski wird noch am selben Tag festgenommen.

Mutter übt Selbstjustiz aus

Am dritten Verhandlungstag im Prozess gegen Grabowski schmuggelt Marianne Bachmeier, die Mutter der ermordeten Anna, eine Pistole in den Gerichtssaal. Achtmal feuert sie auf den Rücken des mutmasslichen Mörders ihrer Tochter, sechsmal trifft sie. Klaus Grabowski stirbt auf der Anklagebank.

Dieser wohl bekannteste Fall von Selbstjustiz in Deutschland löst ein immenses Medienecho aus und wird in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Der Fall spaltet die Nation: Ein Teil der Bevölkerung kann die Tat nachvollziehen, der andere hält sie für nicht vereinbar mit dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.03.2010, 14:23 Uhr

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