... 28 Jahren: Einer der revolutionärsten Flops in der Geschichte des Computers
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Bis Anfang der 1980er Jahre wurden Computer üblicherweise per Tastatur über eine Kommandozeile bedient. Der Lisa ist - neben dem kaum bekannten Xerox Star von 1981 - der erste kommerzielle Computer, der eine grafische Benutzeroberfläche mit Schreibtischcharakter und Mausbedienung bietet, wie sie mittlerweile Standard ist. Dieses Konzept gilt damals als revolutionär. Steve Jobs, unter dessen Leitung der Lisa entwickelt wurde, erhält die Inspiration dazu bei einem Besuch des Xerox PARC 1979, als er den Forschungsrechner Xerox Alto von 1974 sieht.
Als Prozessor kommt der Motorola 68000 (inkl. MMU) mit 5 MHz und 16-Bit-Datenbus zum Einsatz. 512 kB RAM sind auf die Hauptplatine aufgelötet, während der Nutzer den Rechner auf maximal 1 MB RAM aufrüsten kann. Diese Daten scheinen aus heutiger Sicht geradezu lächerlich (ein iPhone hat 128 mal so viel Ram) aber sind zu diesem Zeitpunkt beeindruckend.
Nach Steve Jobs Tochter benannt
Was die aus heutiger Sicht ebenfalls etwas seltsame Namensgebung anbelangt so wurde von Apple offiziell behauptet, dass es sich bei Lisa um ein Akronym für Local Integrated Software Architecture handelt, also «lokale integrierte Softwarearchitektur». Da Steve Jobs’ erste Tochter, welche 1978 geboren wurde, den Namen Lisa Jobs erhält, geht man im Allgemeinen aber davon aus, dass der Name eine persönliche Bedeutung hat und es sich ergo um ein Backronym handelt.
Apple Lisa ist mit einem Preis von 9995 US-Dollar sehr teuer (nach heutiger Kaufkraft circa 45'000 Franken), und verkauft sich trotz der guten Ausstattung schlecht. Um ihn zumindest von der Steuer abschreiben zu können, wurden 2700 unverkäufliche Apple Lisa 1989 auf einer Müllhalde im US-Bundesstaat Utah einfach vergraben. Der Nachfolger Lisa 2 (1984) wurde Anfang 1985, nach Einführung des auch Schuhkarton genannten kleinen Macintosh, umbenannt in Macintosh XL.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.12.2010, 12:04 Uhr
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