Swisscom will an Daten-Auswertung verdienen

Das Telekomunternehmen setzt auf Big Data. Erste Pilotversuche laufen bereits.

Neues Geschäftsfeld: Die Swisscom will grosse Datenmengen verarbeiten und daraus neue Produkte generieren. (2. Juli 2015)

Neues Geschäftsfeld: Die Swisscom will grosse Datenmengen verarbeiten und daraus neue Produkte generieren. (2. Juli 2015) Bild: Gaetan Bally/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Swisscom will in Zukunft auch mit Big Data Geld verdienen. «Wir sehen ein Marktpotenzial in zweistelliger Millionenhöhe», sagte Iris Kornacker, Leiterin Market Initiatives, an einer Medienveranstaltung in Zürich. «Wir stehen aber noch ganz am Anfang und investieren derzeit sehr viel», räumte sie zugleich ein.

Die Swisscom nennt Big Data in ihrem Sprachgebrauch «Smart Data». Es geht darum, grosse Datenmengen zu verarbeiten und zu verstehen, wie Kornacker ausführte. Auf diese Weise entstünden neue Produkte. So bietet die Swisscom demnächst Städten eine neuartige Verkehrszählung an, die auf der Auswertung von aggregierten und anonymisierten Mobilfunkdaten basiert.

Daten praktisch in Echtzeit

In den letzten Monaten lief ein entsprechender Pilotversuch in der Waadtländer Gemeinde Pully, die täglich vom Transitverkehr überflutet wird. Bislang seien dort nur alle fünf Jahre Verkehrszählungen durchgeführt worden, nun habe man Daten praktisch in Echtzeit, sagte Alexandre Bosshard von den städtischen Behörden. Zum Preis des Produkts wollte sich Kornacker nicht äussern. Es sei aber das Ziel, billiger zu sein als herkömmliche Verkehrszählungen.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind laut Kornacker denkbar, zum Beispiel Auswertungen von Kundenströmen für Einkaufszentren. «Die Frage ist aber immer, ob wir es technisch können und ob es gesetzlich erlaubt und mit unseren eigenen Datenschutzrichtlinien vereinbar ist», so die Swisscom-Managerin weiter.

So würden zum Beispiel keine Aussagen gemacht, wenn der Datensatz weniger als 50 Personen umfasse, sagte sie. Die Gefahr von einer Rückverfolgbarkeit und von «Schindluderei» sei in einem solchen Fall zu gross. Ausserdem könnten Swisscom-Kunden die Verwendung der eigenen Daten verbieten, wurde betont. (ij/sda)

Erstellt: 14.09.2016, 14:34 Uhr

Artikel zum Thema

Das Geschäft mit den Handydaten

Die junge ETH-Spin-off-Firma Teralytics hat rechtzeitig den Wert von Bewegungsdaten erkannt. Bereits nach drei Jahren ist sie weltweit für Transportunternehmen und Handelsketten tätig. Mehr...

Manor trackt Kundenbewegung im Laden

Mit dem Zugriff auf die WLAN-Handydaten der Kunden erfasst Manor in einem Warenhaus die Besucherströme. Konsumentenschutz und IT-Experten kritisieren das Vorgehen. Mehr...

Wer an SBB-Bahnhöfen gratis surft, zahlt mit seinen Daten

Exklusiv Heute werden weitere Bahnhöfe in der Schweiz mit Gratis-WLAN ausgerüstet. Kaum ein Nutzer aber weiss, dass die SBB Handydaten ihrer Kunden für bestimmte Zwecke sammeln. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Strassenkunst: Ein übergrosses Graffiti ziert die Wand eines Hochhauses in Berlin (28. April 2017).
(Bild: Felipe Trueba) Mehr...