Japaner bauen in Niederwangen Stellen ab

Der Glory-Konzern streicht 16 Stellen. In drei Jahren soll der Standort Niederwangen erneut beurteilt werden.

Unter dem Namen Glory Global Solutions wird geforscht und entwickelt – und zwar an Automaten zur Verarbeitung von Bargeld.

Unter dem Namen Glory Global Solutions wird geforscht und entwickelt – und zwar an Automaten zur Verarbeitung von Bargeld. Bild: Christian Beutler/Keystone

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Der japanische Glory-Konzern beschäftigt in Niederwangen rund 50 Personen. Nun will er 16 Arbeitsplätze streichen, wie die Arbeitnehmerorganisation Angestellte Schweiz gestern vermeldete. Unter dem Namen Glory Global Solutions wird in Niederwangen unter anderem geforscht und entwickelt – und zwar an Automaten zur Verarbeitung von Bargeld. Glory verkauft verschiedenste Lösungen an Banken, Casinos und den Handel: vom Münzzähler bis zum Geldautomaten. Ausgerechnet in der Forschung und Entwicklung soll der angekündigte Stellenabbau stattfinden.

Als Grund dafür gibt das Mutterhaus laut Angestellte Schweiz Doppelspurigkeiten an. Forschung und Entwicklung sollen in Japan zentralisiert werden. Niederwangen sei aber weiterhin für Innovation zuständig. Angestellte Schweiz vermutet, dass «die Japaner die ihnen etwas lästige, weil hoch kompetente, interne Konkurrenz bei der Entwicklung von innovativen Geldautomaten klein halten wollen». Beim Unternehmen in Niederwangen war bisher niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Man melde sich später, hiess es auf Anfrage.

Ein Ascom-Sprössling

Laut Communiqué von Angestellte Schweiz beabsichtigt Glory, den Standort in Niederwangen für die nächsten drei Jahre weiter zu führen. Danach werde die Situation erneut evaluiert.

Entstanden ist Glory Global Solutions aus der Ascom Autelca mit Sitz in Gümligen. Zuerst übernahm das britische Traditionsunternehmen De La Rue das Geschäft. Später wurde es im Rahmen eines Management Buyouts unter dem Namen Talaris abgespalten, die dann ihrerseits von der Glory-Gruppe gekauft wurde. Der japanische Konzern erzielt einen Jahresumsatz von knapp 2 Milliarden Franken und beschäftigt über 9000 Angestellte (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.01.2017, 15:03 Uhr

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