Die BLS braucht nun sehr gute Argumente

Die BLS müsste wirklich bessere Leistungen erbringen als die SBB. Weichere Sitzpolster und die Beibehaltung der Minibars genügen dafür nicht.

BLS CEO Bernard Guillelmon sollte sich Leistungen überlegen, die ihn wirklich von den SBB abheben.

BLS CEO Bernard Guillelmon sollte sich Leistungen überlegen, die ihn wirklich von den SBB abheben. Bild: Adrian Moser

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Man kann es sich nur schwer vorstellen: Zwei Schweizer Bahnunternehmen konkurrenzieren sich mit ihren Zügen auf der gleichen Strecke. Die heutige Aufteilung im Raum Bern zwischen SBB (Fernverkehr) und BLS (Regionalverkehr) ist sinnvoll und hat sich gut etabliert. Ein bunter Wettbewerb wie etwa im liberalisierten Mobilfunkmarkt ist auf der Schiene nicht möglich. Wenn das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz nun wieder lange Strecken bedienen will, muss es sich dem heutigen Taktfahrplan und Preissystem anpassen. Das weiss auch die BLS.

Damit bleibt die Frage, wie die BLS in diesem engen Korsett bessere Leistungen erbringen kann als die deutlich grössere SBB. Nur wegen etwas weicherer Polster oder weil sie, wie gerüchteweise kolportiert, die Minibars weiterhin betreiben will, wird sie kaum eine Konzession erhalten. Wenn aber echte Einsparungen resultieren würden, könnte die BLS-Lösung für die Steuerzahler interessant sein.

Klar ist, dass man die warnenden Worte der SBB nicht für bare Münze nehmen darf. Der Konzern prognostiziert Millionen-Mehrkosten, sollte er nicht den Zuschlag für das gesamte Fernverkehrsnetz erhalten. So verteidigen die SBB ihre Pfründe, besonders die viel befahrenen und lukrativen Strecken im Dreieck Zürich-Basel-Bern. Doch die Bundesbahnen haben kein gottgegebenes Recht auf die Fernverkehrslinien. Der Bund soll die Konzessionen in einer echten Ausmarchung vergeben.

Dabei hat die BLS ein Problem: Sie hat nur beschränkte Ressourcen und kann den SBB so oder so nur einen kleinen Teil der Verbindungen abzwacken. Eine solche Lösung würde den Koordinationsaufwand erhöhen. Die BLS muss dem also besonders gute Argumente entgegenstellen. Ihren genauen Plan will sie erst im Herbst vorstellen, wenn sie ihr Konzessionsgesuch einreicht. Bis dahin ist das Unternehmen gefordert, seine angeblich zündenden Ideen zu konkretisieren. Sonst ist der Traum vom BLS-Zug am Zürcher Flughafen rasch wieder geplatzt.

Erstellt: 17.02.2017, 07:08 Uhr

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