«Der AIA führt nicht zu Geldabflüssen»

Die Privatbank LGT hat wegen des automatischen Informationsaustauschs kaum Kunden verloren.

Die Privatbank LGT hat kaum Kunden verloren. (Archiv)

Die Privatbank LGT hat kaum Kunden verloren. (Archiv) Bild: Keystone

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Dass Ausländer ihr Vermögen in der Schweiz und in Liechtenstein nicht mehr vor dem Steuervogt verstecken können, ist die neue Realität. Im Ländle gilt der automatische Informationsaustausch (AIA) mit diversen Staaten bereits seit Anfang Jahr, in der Schweiz treten die ersten Abkommen nächstes Jahr in Kraft. «Wir haben wegen dem AIA keine negativen Reaktionen und keine Abflüsse gehabt», sagte der Präsident der fürstlichen Privatbank LGT, Prinz Philipp von und zu Liechtenstein, gestern vor Journalisten in Bern. Denn die Schweiz und Liechtenstein seien weiterhin «sichere Häfen» für angelegte (und versteuerte) Gelder.

Namhafte Studienautoren hätten 2013 vorausgesagt, dass der AIA den Schweizer Finanzplatz belasten werde, sagte Bruno Piller, Leiter Markt Schweiz bei der LGT. Doch auch heute sei die Schweiz der grösste Finanzplatz im grenzüberschreitenden Geschäft mit einem globalen Anteil von 25 Prozent aller verwalteten Vermögen. In den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der Banken in der Schweiz jedoch um über 50 gesunken. «Vor allem bei den Vermögensverwaltungsbanken stellen wir einen Schrumpfungsprozess fest.»

«Auf dem Bankenplatz Bern ist diese Konsolidierung aber noch nicht angekommen», meinte Beat Buri, Leiter des LGT-Standorts Bern, «hier gibt es immer noch 27 Banken.» Die Berner LGT-Niederlassung zählt 24 Mitarbeitende. Der Standort habe «ein sehr erfolgreiches Jahr» hinter sich, sagte Buri, so habe die Zahl der Kunden um 4 Prozent zugenommen. Genauere Zahlen gibt die Bank jedoch nicht bekannt. Zwar ist das Fürstentum ein souveräner Staat, doch die Geldpolitik hat es in die Hände der Schweizerischen Nationalbank gelegt. So machen die Negativzinsen auch der LGT «stark zu schaffen», wie Bruno Piller sagte. Den institutionellen Kunden gibt die Bank den Negativzins von 0,75 Prozent ab einem Guthaben von 1 Million Franken weiter. Privatkunden wird der Negativzins belastet, wenn sie «grosse Cash-Bestände» halten wollen – was dabei «gross» heisst, legt die LGT wie viele andere Banken jedoch individuell nach Kunde fest. (Der Bund)

Erstellt: 11.01.2017, 07:15 Uhr

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