Wirtschaft

«Übelste Firma»: Roche für Schmähpreis nominiert

Farner PR, Roche sowie das Internationale Olympische Komitee sind Top-Anwärter für den diesjährigen «Public Eye Award». Der Schmähpreis wird während des Weltwirtschaftsforums (WEF) vergeben.

Nicht sehr begehrt: Der «Public Eye Award» wird am 27. Januar 2010 um 14 Uhr verliehen.

Nicht sehr begehrt: Der «Public Eye Award» wird am 27. Januar 2010 um 14 Uhr verliehen.

Umfrage

Wer hat den Schmähpreis 2009 in der Kategorie Swiss Award verdient?

Roche

 
22.4%

Farner PR

 
37.1%

Das Internationale Olympische Komitee

 
40.6%

Links

Artikel zum Thema

Stichworte

Die Agentur Farner PR habe während des Abstimmungskampfes um die Initiative gegen Kriegsmaterialexporte «Spitzeldienste für die Rüstungsindustrie» geleistet, teilen die Public-Eye-Organisatoren Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz mit.

Farner PR ist zusammen mit dem Pharmakonzern Roche und dem IOC für den «Swiss Award» nominiert. Roche wird für zwei in China durchgeführte Transplantationsstudien kritisiert, dem IOC droht die Auszeichnung, weil es im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Vancouver (Kanada) die Landfrage nicht geklärt haben soll.

Umweltzerstörung, Vertreibungen, Zwangsumsiedlungen

Für den «Global Award» sind ebenfalls drei Unternehmen in den Fokus von EvB und Greenpeace geraten: Erstens der Stahlkonzern «Arcelor Mittal», der keine Verantwortung übernehme «für die Verschmutzung einer aufgekauften Stahlfabrik» in Südafrika.

Der französische Energieversorger GDF Suez wird wegen seiner finanziellen Beteiligung beim Bau eines Elektrizitätswerks am brasilianischen Madeira-Fluss angeprangert. Damit verbunden seien Umweltzerstörung, Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen. Die Royal Bank of Canada (RBC) schliesslich wird wegen ihrer «unverantwortlichen» Kreditvergabe-Praxis kritisiert.

Die «übelste Firma» der Kategorien «Swiss Award» und «Global Award» erhält den «People's Award». Der «Gewinner» wird in einer Internetwahl bestimmt. Die Abstimmung dauert noch bis am 26. Januar.

Zudem wird am WEF-kritischen Anlass erstmals ein «Greenwash Award» verliehen, bei dem es um die «unglaubwürdigsten Sozial- und Öko-Label» geht. Nominiert sind gemäss Mitteilung der vom WWF mitinitiierte «Runde Tisch für verantwortliches Soja», die «Gesundheitsförderung Schweiz» sowie das «Uno-Wassermandat».

Nobelpreisträger Stiglitz als Hauptredner

Die Preisverleihung der Public Eye Awards findet am 27. Januar in Davos statt. Hauptredner ist der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz. Einen Vortrag hält auch der grüne Politiker und ehemalige deutsche Umweltminister Jürgen Trittin.

Moderiert wird der WEF-kritische Anlass von der deutschen Schauspielerin Julia Jentsch. Für Unterhaltung sollen der Schauspieler und Musiker Carlos Léal, der Rapper Greis sowie der Satiriker Patrick Frey sorgen. (bru/sda/)

Erstellt: 26.01.2010, 12:39 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland





Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

9 Kommentare

Aurélie Huber

22.01.2010, 11:42 Uhr
Melden

Arcelor Mittal, IOC, GDF Suez oder Roche? Ich kann mich gar nicht entscheiden.. die Geschichten sind alle schockierend. Das WEF scheints nicht zu kümmern. Einer ihrer Ehrengäste 2010 ist Besitzer von Arcelor Mittal, Lakshmi Mittal, einer der reichsten Menschen der Welt. Corporate Social Responsibility ist beim WEF zwar ein inflationär gebrauchter Begriff, aber leider nur zu PR-Zwecken +Worthülse. Antworten


Klaus Dahinden

15.01.2010, 12:46 Uhr
Melden

Greenpeace ist mein Favorit fuer unethisches Verhalten! Bei der beispiellosen Brent-Spar Affaire veroeffentlichte Greenpeace falsche Zahlen. In Europa wurden daraufhin Shell-Tankstellen bestreikt und abgefackelt. Greenpeace gab erst nach 5 Monaten zu, dass ihre Schätzung über die Menge giftiger Ölrückstände im Tank vorsaetzlich grob fehlerhaft war. BBC Kommentar: Die haben uns alle verarscht! Antworten


Jens Gloor

15.01.2010, 07:56 Uhr
Melden

FARNER wäre mein Favorit, aber NOVARTIS ist wahrscheinlich auch umfangreich in Unethik verwickelt. Subversive Methoden gehören immer an den Pranger und haben hoffentlich wirtschaftliche Auswirkungen auf die verantwortungslosen Verursacher... Antworten


Renato Capaul

15.01.2010, 03:07 Uhr
Melden

Die sogenannten Public-Eye Organisationen machen als Trittbrettfahrer zum WEF kraeftig Werbung in eigener Sache und erhalten von unseren Medien eine willige Gratis-Plattform fuer Politpropaganda und impliziten Spendenaufruf. Gerade Greenpeace als machte sich in der Brent-Spar-Affaire einen Ruf als Noetigungsorganisation und schreckte auch vor Luegen nicht zurueck. Unglaubwuerdig und scheinheilig! Antworten


Renato Capaul

15.01.2010, 03:06 Uhr
Melden

Die sogenannten Public-Eye Organisationen machen als Trittbrettfahrer zum WEF kraeftig Werbung in eigener Sache und erhalten von unseren Medien eine willige Gratis-Plattform fuer Politpropaganda und impliziten Spendenaufruf. Gerade Greenpeace als machte sich in der Brent-Spar-Affaire einen Ruf als Noetigungsorganisation und schreckte auch vor Luegen nicht zurueck. Unglaubwuerdig und scheinheilig! Antworten


Sibylle Weiss

14.01.2010, 20:24 Uhr
Melden

Wenn schon, sollte man alle üblen Firmen aufführen.Da dürften vielleicht solche darunter fallen,wo man es nicht erwartet hat!Wäre interessant, v.a. bei solchen, welche nach eigenen Angaben trotz Wirtschaftskrise ein "riesen"Wirtschaftswachstum erfahren,währenddem andere derselben Branche so ihre Problemchen damit haben.... Antworten


Bernhard Vontobel

14.01.2010, 14:42 Uhr
Melden

Kann nicht schaden, die zum Teil ganz üblen Fakten dieser Firmen und Institutionen ein bisschen ans Tageslicht zu zerren. Antworten


Walter Mehler

14.01.2010, 12:28 Uhr
Melden

Die ganze Kampagne gegen das Waffenexportverbot ist eine Schande, noch mehr natürlich das Abstimmungsresultat. Die Schweiz ist nun ein Land der Feiglinge, es hat sich international unglaubwürdig und lächerlich gemacht und zieht mit diesem Entscheid seine humanitären Verdienste in den Dreck. Die Alten und Konservativen haben ein moralisches desaster verursacht, die Jungen müssen es später ausbaden. Antworten


Roland Studer

14.01.2010, 12:13 Uhr
Melden

Für den Public Eye Award kann man übrigens hier abstimmen: http://www.publiceye.ch/de/vote/ Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Frühlingsdeko
homegate Lassen Sie jetzt schon den Frühling ins Haus. Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie ein Wochenende am Blausee für 2 Personen...

Jobsuche

Jobs, in die man sofort wechseln will!

Jobsuche

Jobs, in die man sofort wechseln will!