Alpiq macht Strom zu Gas

Der Stromkonzern kauft eine kleine Firma, die Power-to-Gas-Anlagen installiert.

Alpiq kauft eine kleine Firma, die Power-to-Gas-Anlagen installiert.

Alpiq kauft eine kleine Firma, die Power-to-Gas-Anlagen installiert. Bild: Reto Oeschger (Archiv)

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Für die noch junge Technologie Power-to-Gas ist es Meilenstein: Der Stromproduzent Alpiq steigt ein. Er will für Geschäftskunden Anlagen installieren, die Strom in Gas umwandeln. Dazu übernimmt er das kleine Unternehmen Diamond Lite mit Sitz in Herisau, wie er gestern mitteilte. Zu welchem Preis, gibt Alpiq nicht bekannt. Diamond Lite beschäftigt drei Personen und installiert Anlagen, die das US-Unternehmen Proton OnSite herstellt.

Power-to-Gas gilt als Zukunftstechnologie. Die Idee wurde an Hochschulen entwickelt, seit einigen Jahren gibt es Pionierfirmen. Zu Übernahmen kam es bisher aber kaum. Eine der ersten fand vergangenen Herbst statt, als das Schweizer Unternehmen Hitachi Zosen Inova, das Abfall verwertet und daraus Energie produziert, die deutsche Etogas kaufte.

Energie wird speicherbar

Dass Power-to-Gas nun für Grossunternehmen wie Alpiq interessant wird, liegt an der Energiewende. Sonnendächer und Windräder produzieren Strom nicht unbedingt dann, wenn es ihn braucht. Das ist ein Problem, weil Strom kaum gespeichert werden kann. Mit dem Verfahren kann Strom in Gas umgewandelt und gespeichert werden. Zudem bietet die Technologie die Möglichkeit, erneuerbare Energie in Autotanks zu füllen oder zum Heizen zu brauchen – sie also in Bereichen zu nutzen, in denen heute vor allem fossile Brennstoffe zum Einsatz kommen.

Der wesentliche Schritt von Power-to-Gas besteht in der Elektrolyse. Der Strom wird verwendet, um Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten. Aus dem Wasserstoff kann unter Zugabe von CO2 Methangas oder flüssiges Methanol hergestellt werden. Bei letzterem spricht man von Power-to-Liquid. Abklärungen für solche Anlagen führt derzeit die BKW durch. Axpo entschied vor anderthalb Jahren, auf den Bau einer Power-to-Wasserstoff-Anlage zu verzichten. Die Rentabilität wäre nicht gegeben gewesen, schrieb ein Sprecher. (Der Bund)

Erstellt: 04.07.2017, 07:02 Uhr

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