Zukunft von Sunrise ungewiss
Von Hans Galli. Aktualisiert am 08.05.2010
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Für einmal sind sich Sunrise-Chef Christoph Brand und Swisscom-Chef Carsten Schloter einig: Das Nein der Wettbewerbskommission (Weko) zur Fusion von Orange und Sunrise war ein Fehler. Auch die Begründungen sind identisch: Weder Sunrise noch Orange vermögen die Investitionen allein zu finanzieren.
Sunrise hat zwar im ersten Quartal den Gewinn deutlich auf 48 Millionen Franken gesteigert. Aber gleichzeitig sind auch die Investitionen auf 40 Millionen gestiegen. «In dieser Summe ist die nächste grosse Welle von Investitionen noch gar nicht enthalten, welche zusätzlich auf uns zukommen wird. Es geht um die vierte Generation der Mobilfunknetze, sowie um die Glasfaser», sagt Brand. Für ihn steht fest: «Langfristig lassen sich in der Schweiz nicht drei vollwertige Mobilfunknetze finanzieren.»
Massiv tiefere Preise offerieren
Die Konsequenz laut Brand: Entweder investieren sowohl Orange als auch Sunrise immer weniger. Oder eines der Unternehmen gibt auf und eröffnet dem andern einen grösseren Spielraum.
Die Weko habe leider nur auf die Mobilfunkpreise für Private geschaut. Die Fusion würde jedoch auch die Kosten beim Festnetz senken: «Orange könnte über einer Million Haushalten Festnetzdienste wie Telefon, Internet und Fernsehen zu massiv tieferen Preisen offerieren», sagt Brand. Entsprechend verschärft würde auch der Wettbewerb bei Geschäftskunden.
Weiteres Vorgehen bleibt offen
«Wer tiefe Preise will, muss der Fusion zustimmen», sagt Brand. Er liess sich aber nicht entlocken, ob und wie Orange und Sunrise den Zusammenschluss doch noch bewerkstelligen wollen. Noch sei nicht entschieden, ob ein neues Gesuch mit Zugeständnissen an die Weko eingereicht werde. «Unsere Aktionäre France Télécom und TDC sind im Gespräch», sagte er.
Swisscom-Chef Schloter ist nicht aus Liebe zur Konkurrenz für die Fusion von Orange und Sunrise. An der Telefonkonferenz zu seinem eigenen Quartalsabschluss sagte er diese Woche: «Ein härterer Wettbewerb ist einer schärferen Regulierung vorzuziehen.»
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.05.2010, 23:09 Uhr
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